Während ich das hier schreibe, sitzen wir im Flieger nach Ilulissat. Finally! Zwar ist die Abflugzeit von 14:20 Uhr auf 16:40 Uhr gerutscht, aber, hey, wir sind auf dem Weg!

Natürlich haben wir vorher noch einen kleinen Spaziergang gemacht, denn ich habe meinen EbookReader verloren und hoffe, dass er im ersten Hotel liegen geblieben ist. Leider nein und damit ist er wohl auf einem der ersten beiden Flüge nicht mitgekommen. Perdu…Shit happens.

Unser Flieger ist eine Dash-8, die mit 37 Personen voll besetzt ist. Ein klein wenig kommt Minibusfeeling auf, denn in der letzten Reihe gibt es drei Sitzplätze. Auf dem mittleren Platz sitzt ein sehr großer Spanier – – – gut für ihn.
Und jetzt wird die Welt um uns herum immer weisser. Etwa 1 Stunde nach dem Start verändert sich der Ausblick. Bei der Landung sehen wir bereits deutlich grössere Eisberge aks alle zusammen im Fjord von Nuuk.


Kurz nachdem wir im Hotel Arctic angekommen sind und wir unsere Marschrucksäcke gepackt haben, geht es auch schon direkt auf das Boot zum Eqi Gletscher; die Fahrt wird rund zwei Stunden dauern. Die See ist ruhig, der Käpitän erneut ein ziemlich junger Mann und wird unterstützt von Viola auf einem ihrer ersten Einsätze – an ihrem 37. Geburtstag.

Kurz nach dem Ablegen: Eisberge soweit das Auge reicht. Wir können uns nicht satt sehen an all den wunderschönen Formationen. Die Kameras sind ununterbrochen im Einsatz, als der Kapitän die Maschinen drosselt: Wale voraus!

Die Möwen zeigen uns die Richtung. Ein grosser Schwarm fliegt aufgeregt im Kreis, die Wasseroberfläche wird unruhig und die ersten Fische versuchen springend zu flüchten, schon schiesst das grosse Maul aus dem Wasser und schnappt zu. Dann ein paarmal Luft holen, erneut leicht abtauchen und das Spiel wiederholt sich.
Gebannt verfolgen wir drei Jagddurchgänge, dann fährt unser Käpt’n weiter volle Kraft voraus. Er erklärt uns die Siedlungen auf dem Weg und stellt die Frage, ob wir trotz fortgeschrittener Uhrzeit noch einen Abstecher zum Gletscher machen wollen, bevor wir an der Lodge von Bord gehen. Ausnahmslos alle sind dafür.
Unser grosser Moment kommt nach etwa zwei Stunden: Der erste Blick auf den Gletscher…nein eigentlich auf zwei, die sich in ihrem Kalben deutlich voneinander unterscheiden.

Der eine Gletscher ist für die grossen Eisberge verantwortlich, die wir überall im Fjord sehen. Da er in diesen Dimensionen kalbt, ist es viel zu gefährlich und die Boote dürfen sich der Abbruchkante nicht nähern.

Der Eqi Gletscher, nachdem unsere Lodge benannt ist, kalbt in kleinen lawinenartigen Abbrüchen und das ununterbrochen; er ist der aktivste Gletscher in Grönland. Er hört sich teils an wie Donner oder auch wie Feuerwerk und ist wirklich entsprechend laut.

Es hallt ordentlich in der Bucht, aber der Schall ist deutlich nach dem Ereignis bei uns, insofern suchen alle Augenpaare die ganzen 3 Kilometer Breite des Gletschers ab, um das Kalben live zu sehen.
Bis auf einen Kilometer steuert der Kapitän das Boot vor die Abbruchkante und jetzt wird die Dimension erst wirklich klar: das Eis türmt sich etwa 200 bis 300 Meter hoch auf – wir sind und fühlen uns wie Zwerge davor.
FANTASTISCH!
Die leichten Wellen von den Abbrüchen schaukeln uns, die Sonne geht langsam unter und die Schönheit des Gletschers ist atemberaubend. Wir wollen gar nicht weiter – unsere Lodge, östlich von unserer Position, liegt ganz in der Nähe – aber die Faszination für den Gletscher hat uns voll im Griff.

Also trifft der Käpt’n die Entscheidung, schliesslich muss er zurück.

Die Lodges sind eine Wucht und wir haben den Gletscher unter dauernder Beobachtung – sogar ein Fernglas steht in jedem Häuschen bereit.

So geht’s ins Bett, völlig beseelt und glücklich, es hierher geschafft zu haben.













































































