Westwärts… und zurück

Unsere letzten beiden Tage in diesem wunderbaren Land, das es uns nicht einfach macht(e). Zunächst geht’s ein kleines Stück ostwärts – der zweite Wasserfall Skogafoss steht noch auf der Liste. Eine Aussichtsplattform erreichbar über eine ziemlich steile Treppe verspricht ganz besondere Ausblicke.  Oben angekommen schwächeln wir etwas, werden aber mit einem wunderbaren Blick belohnt und laufen (ich kriege die Mädels leider nicht ausreichend motiviert) zumindest ein kleines Stück flussaufwärts.  Einfach wunderschön!

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Danach fahren wir endgültig zurück nach Westen. Im offensichtlich recht neuen Lava/Vulkan-Center sehen wir uns sowohl die interaktive Ausstellung an als auch den Kinofilm mit traumhaft schönen Landschaftsaufnahmen.

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Wir lernen, dass es in jüngster Vergangenheit nur wenige Jahre gab, in denen keine Vulkanausbrüche zu verzeichnen waren.

Allein der Vulkan Hekla an dessen Fuss wir im Nichts wohnten hat eine beeindruckende Anzahl aufzuweisen. Natürlich war auch der Ausbruch des Eyjafjallajökull dokumentiert und wie sehr die viele Asche Mensch und Tier zusetzte.

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Ankunft an unserer letzten Station Sandgerdi – Nahe des Flughafens, tatsächlich aber trotzdem ohne die dazugehörige Geräuschkulisse. Wir sind in einem kleinen supermodernen Cottage (Schlafzimmer&Bad) untergebracht. Von hier aus eine letzte Ausflugsfahrt zur Brücke über die Kontinente – eurasische (Foto oben links) und nordamerikanische (Foto oben rechts) Platte treffen aufeinander.

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Wir werden zur Abwechslung mal wieder etwas nass… und fahren weiter zum grössten Mudpot Gunnuhver. Die Mädels weigern sich allerdings, bei dem Gestank auszusteigen;).

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Ein letztes Mal einkaufen für Mittag und Abendessen, tanken und jetzt nur noch entspannen mit Blog schreiben und spielen und vielleicht noch etwas schlafen, bevor wir dann heute Nacht um drei Uhr an den Flughafen fahren.

Damit ist das der letzte Eintrag für diesen ersten Abschnitt bzw. STEP 2 unseres Sabattjahres und ich sage erst Mal

TSCHÜSS.

 

 

3 Stunden nach Osten

fahren wir am darauffolgenden Tag. Wir haben uns als letzten Höhepunkt der Islandreise eine Fahrt auf der Gletscherlagune Jökulsárlón ausgesucht verbunden mit einem Besuch des „Diamond Beach“. Glücklicherweise ist die Ring Road 1 bis dorthin befahrbar – im weiteren Verlauf gab es wohl Unterspülungen und die Strasse ist für mehrere Tage gesperrt.

Der Diamond Beach verzaubert mit den Überresten des Eises, die vom riesigen Gletscher abgebrochen, über die Lagune und den Fluss in die offene See treiben und dort wieder angespült werden. Leider sind dabei auch jede Menge Fische.

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Wir sind zeitig dran und warten eine Weile im Wagen, bis unsere Tour startet. Wir haben vorsichtshalber Wechselwäsche mit – prompt beginnt heftiger Regen. Aber wir haben Glück und kurz nach dem Aufbruch zu unserer Tour macht der Himmel gnädigerweise eine Pause und wir können die Fahrt mit dem Amphibienfahrzeug geniessen.

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Und weil die Eisberge faszinierend waren, wir eintausend Jahre altes Eis zur Verkostung bekamen und uns unser Guide mit wichtigen Eckdaten und weniger wichtigen Infos (zu diversen James Bond Filmaufnahmen) gefüttert hat, kommen hier jetzt eine ganze Menge Bilder.

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Danach sind wir zufrieden und glücklich auf dem Weg zurück noch in Vik angelandet und haben dort zu Abend gegessen. Da es inzwischen aufgeklart hatte, sind wir nochmals Richtung Strand gefahren, um den Sonnenuntergang einzufangen. (Die übrigen Fotos sind auf der Rückfahrt entstanden.)

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On the Road to East

Wir verlassen unser Cottage im Nichts Richtung Osten – genauer Richtung Südosten. Auf dem Programm steht die Besichtigung zweier Wasserfälle und malerischer Felsformationen rund um das kleine Örtchen Vik.

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Als erstes sehen wir uns den Seljalandsfoss an. Die Besonderheit hier ist, dass ein Weg  hinter dem Fall entlang führt. Das müssen wir einfach machen! Und das haben wir auch.

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Normalerweise schafft man das trockenen Fusses – nicht so, als wir besichtigen: Der Wind ist so stark, dass die aufsteigende Gischt grosszügig verteilt wird und wir sind nass bis auf die Haut. Erst einmal versuchen wir beim Autofahren zu trocknen und „überspringen“ den zweiten Wasserfall. Aber auch die Sitzheizung schafft es nicht, uns zu trocknen und so wechseln wir die Kleidung. In Vik angekommen hat der inzwischen ordentlich vom Himmel fallende Regen leider nicht nachgelassen und so stürmen wir nur kurz Richtung  schwarzem Strand für ein paar Fotos der tollen Felsformationen. (Fotos oben)

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Wir fahren auf die andere Seite der Landzunge und sehen die Formation von dort  (Fotos unten) bei einer kurzen Regenpause. Als es wieder heftiger schüttet, retten wir uns zuerst unter diese „kleine Höhle“20170929_145029

und dann in das Black Beach Café. Den kurzen Weg zum Wagen sind die Windböen derart heftig, dass wir kaum gerade aus laufen können.

Aber unser Blick fiel immer wieder auf eine weitere deutlich grössere Felsformation, die per Strasse (über einen Damm?) erreicht werden kann. Das müssen wir einfach ausprobieren. Hier kommt das fotografische Ergebnis mit dem Hinweis, dass wir ein weiteres Mal klatschnass wurden, sich Regentropfen wie Nadelstiche anfühlten und das Laufen gegen den Wind teilweise nicht möglich war! Unser Respekt vor dieser Naturgewalt ist erheblich gewachsen.

20170930_200545Danach reicht es uns für den heutigen Tag und wir beziehen unsere nächste Unterkunft Hotel Drangshlíð.

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Die ist benannt nach dem obigen Felsen, um den sich einige Elfengeschichten ranken. Tatsächlich gibt es in den Felsen gebaute höhlenartige Häuser, die früher zur Aufbewahrung der Ernte und auch des Viehs dienten. Eine kleinere Variante davon haben wir besichtigt.

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(Is)Landleben

Ruhe. Stille. Einsamkeit. Idylle.

Wind. Gänse. Geschnatter.

Weiter Blick. Sonnenuntergang. Farbenexplosion.

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Das ist sie also, die totale Abgeschiedenheit. Die nächsten Nachbarn sind zwar nicht weit, offensichtlich aber nicht in diesem zu Hause. Einkäufe sind wohlüberlegt zu realisieren – eine halbe Stunde Autofahrt bis zum kleinen Supermarkt.

Wir fühlen uns sehr wohl dort und drei Nächte an einem Fleck bieten ausserdem die Möglichkeit, Wäsche zu waschen. Am ersten Tag steht ein Besuch des Bláskógabyggð (grosser Geysir) und der Secret Lagoon auf dem Programm. Wir erleben vier Ausbrüche des grossen Geysirs mit und schon beim ersten gelingen Kathleen tolle Aufnahmen davon. Der Geruch nach faulen Eiern macht den Mädels allerdings ganz schön zu schaffen…

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Ausserdem regnet es leider ziemlich und wir sind nach kurzer Zeit nass und kalt und freuen uns auf das warme Bad in der Lagune.

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Die Secret Lagoon heisst auch Gamla Laugin (Alte Lagune) und gilt als älteste Badeanstalt Islands. Grundwasser läuft über heisses Gestein und sorgt dafür, dass die Wassertemperatur zwischen 38 bis 41 Grad Celsius liegt. Rund um das eigentliche Badebecken existieren einige Hotpots mit 80 bis 100 Grad heissem Wasser. Und je nach Windrichtung wabern zur Freude von Kathleen und Olivia Schwefeldämpfe über unseren Köpfen. Auch hier gilt es, auf den Kreislauf zu achten und ausreichend zu trinken. Also beenden wir unseren Badegang nach 45 Minuten (wir haben dazu gelernt).

Danach haben wir uns nichts weiter vorgenommen – nur in der Nacht wollen wir nach Nordlichtern Ausschau halten, denn die Aurora Borealis App zeigt, das die Voraussetzungen günstig sind. Uns fehlt nur ein einigermaßen klarer Himmel. Der bleibt uns aber leider versagt.  Dafür haben wir aber einen phantastischen Sonnenuntergang.20170927_191805

Den Donnerstag zeigt die Wettervorhersage Sonne für den ganzen Tag – kaum zu glauben, aber wahr. Heute ist PAUSE –  wir haben einen faulen Tag mit spazieren gehen, lesen, spielen und essen. Gegen Abend steigt die Spannung und der KP Index für die Nordlichter.20170928_125438

JA! Es hat geklappt – Wir sind völlig begeistert. Hier schon mal eine Handyaufnahme – die Kamerafotos sind aber noch viel schöner.

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Zurück nach Süden

Die Nacht in Olafsvik wird von zunehmend stärkeren Böen begleitet und am Morgen regnet es eher waagrecht als senkrecht. Kein Spass, denn in Nullkommanix ist man nass – und ich habe mir vorgenommen zu tanken! Mit viel Glück erwische ich dazu eine Regenpause und um 10 Uhr sitzen wir wieder im Auto. Inzwischen haben wir verstanden, welche Strassen asphaltiert und welche nur geschottert sind und entscheiden uns für ersteres. Bevor wir uns Richtung Landesinneres und Þingvellir Nationalpark aufmachen, halten wir in Bogarnes zum frühen Mittagessen in einem sehr netten Café-Restaurant, das an ein Museum angeschlossen ist.

Dort verbringen wir einige „Trocknungszeit“ und brechen mit frisch gefüllten Wasserflaschen auf. Die entpuppen sich allerdings als ungeniessbar dank deutlichem Schwefeleintrag.20170926_200954

Im Nationalpark entscheiden wir uns für den Spaziergang durch die Almanagja Schlucht zur Silfra Spalte. Das ist die viel abgebildete mit glasklarem Wasser gefüllte Erdspalte zwischen den Kontinenten – ein Eldorado für Taucher. Drei Grad Wassertemperatur scheinen nicht zu schrecken.20170926_200427

Und weiter geht es zu unserer Unterkunft inmitten des Nichts am Fusse des Vulkans Hekla. Ausgesucht unter anderem, um unsere Chancen auf die Sichtung von Nordlichtern zu erhöhen. Damit wird aber auch die erste geplante Fahrt auf Schotterpisten unumgänglich. Allerdings konnte ich zuvor schon an einer Baustelle im Nationalpark „üben“. Das ist schon ein ganz anderes Fahrgefühl – hier 80 km/h zu fahren kann ich mir so gar nicht vorstellen.

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Und so sieht der Wagen nach dem Einsatz aus…

 

 

Raus aufs (Is)land

Wir verlassen die Stadt an einem Montagmorgen bei besten Strassenbedungungen für unpseren ersten Abschnitt. Endziel dieser Etappe ist Olafsvik – ausgesucht, um zum Whale watching in einem Nachbarort aufbrechen zu können. Leider habe ich dabei übersehen, dass die Touren nur bis 15.9. angeboten wurden. Nun denn – die Halbinsel Snæfellsnes war auch die Empfehlung einer Bekannten und, wie ich rückblickend sagen kann, eine sehr gute!

Zuerst lernen wir, dass man einen Fjord durchaus auch unterqueren kann. Durch den Tunnel Hvalfjarðargöng fahren wir knapp 6 km bis 165 Meter unter dem Meer nach Akranes. (Eigentlich bin ich ganz froh, es erst nachher gelesen zu haben 😉

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Die beiden Leuchttürme sind uns einen kurzen Spaziergang wert und wir beglückwünschen uns zu der Entscheidung, in Kopenhagen auch noch Mützen und Handschuhe erstanden zu haben. Aber wie so oft, das Wetter ist wankelmütig und wird immer besser.

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Aber hier an dieser hübschen kleinen Kirche Búðir (offensichtlich ein Hotspot für Eheschließungen auf Island) weht es uns noch ganz schön durch, weshalb wir in dem nahe gelegenen Hotel Rast machen und erst mal etwas Heisses trinken. Die Vögel und Wasserfälle beobachten sich hinter dem Panoramafenster gleich viel entspannter…

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Die beiden nächsten Stopps: Wasserfall Kirkjufellsfoss und Klippen.

Kurz danach passieren wir den Rrauðfeldsgjá ein wasserführender Canyon, dessen Anfang begehbar ist. Weil der Parkplatz voll belegt ist, fahren wir erst einmal nach Arnarstapi weiter und ich bin sehr versucht, spontan eine kleine Wanderung an der Küste zu unternehmen, denn inzwischen zeigt sich die Sonne immer mehr. Aber Olivia legt ihr Veto für den Canyon ein. Eine gute Wahl!

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Das Wetter bleibt stabil – gute Gelegenheit für einen spontanen Stopp für Olivias Bekanntschaft mit einem Islandpony.

Kurz bevor wir in Olafsvik anlanden, haben wir noch einmal einen grandiosen Blick auf Londrangar – eine Felsformation, die auf den Fotos leider unspektakulärer erscheint, als sie ist.

 

 

 

 

Blaue Lagune 

Ja – wir haben es geschafft und waren dort, der Besuch war für uns alle Drei ein grosser Wunsch. Bereits bei der Anfahrt sehen wir dicke weisse Wolken in die Luft steigen. Den Blick auf das wirklich strahlend blaue Wasser gibt’s schon vor dem Eintritt in den umliegenden Flüsschen zu sehen – ein toller Kontrast zur schwarzen Lava. 

Das Wasser hat 37 bis 39 Grad und vermittelt damit das Gefühl, ewig Baden zu können. Nach einem einstündigen Badegang verstehen wir aber die Warnhinweise: Das geht schon ziemlich auf den Kreislauf (viele Bademeister in und ausserhalb des Wassers) und wir begeben uns erst einmal längere Zeit in die Ruhezone. Wir haben Glück mit dem Wetter – die meiste Zeit ist es trocken und ab und zu blitzt sogar ein Sonnenstrahl durch und dann sieht das Wasser gleich noch strahlender hellblau aus. Nach einem kürzeren zweiten Badegang sind wir ziemlich platt und machen uns hungrig auf den Rückweg.

Unseren letzten Abend in Reykjavik haben wir uns für die Restaurant-Empfehlung der deutschen Hotelrezeptionistin entschieden und gehen ins LAUNDROMAT. Hier ist der Name tatsächlich Programm und es gibt einen Waschsalon im Keller. Der Laden und das Essen sind grossartig! So machen wir einen letzten Bummel satt und zufrieden durch die Innenstadt zurück ins Hotel.

An diesem Abend sehen wir wieder einige aussergewöhnlich gestaltete Fassaden, die in meine „Sammlung“ aufzunehmen sind. Am nächsten Morgen – bei einer letzten Besorgung –  noch eine Erweiterung. Das „Ampelmännchen“ hatten wir so vorher auch noch nicht gesehen.

Tja und dann geht es auf unsere kleine Tour – zuerst Richtung Nordwesten zur Snæfellsnes Halbinsel. Die vergangenen beiden Tage habe ich mich intensiv mit den Informationen zum Auto fahren auf Island auseinandergesetzt und bin der Empfehlung gefolgt, diverse Apps herunter zu laden. (Strassenzustand / Wetter&Wind / Tankstellen / Notfälle) Jetzt fühle ich mich besser gewappnet – bin aber trotzdem sehr gespannt, wie das z.B. mit den Schotterpisten funktioniert.