Nuuk, Nuuk & immer wieder Nuuk

Inzwischen kennen wir die Stadt ziemlich gut. Nach einem längeren Spaziergang direkt im Anschluss ans Frühstück, einem kleinen Einkauf und einem Klamottenwechsel sind wir auf dem Weg zur gebuchten Puffin-Tour.

Beliebter Rentnertreff am historischen Hafen, Fundstück im Laden um die Ecke und etwas Natur.

Pünktlich 13 Uhr starten wir von der Tidevantstrappen mit der Juliane und unserer Kapitänin Kaja in See.

Nochmal der Blick auf das alte Krankenhaus und die Hans Egede Statue sowie die alte Kirche und ein deutluches Statement.
Die Tre(a)ppe, die Juliane sowie deren junge Crew und der Neukapitänin Kaja. Unsere anfängliche Position auf dem Boot, die wir aber sehr schnell aufgaben.

Nur zwei weitere Teilnehmer sind mit uns auf Tour, ein Pärchen – Sie aus Zürich, Ihn habe ich leider nicht befragt.

Noch ein bisschen Hafen und dann volle Kraft voraus! Die Geschwindigkeit wäre zum Wasserskifahren ausreichend, die Wassertemperatur eher nicht – sie liegt bei 1 °C.
Gut gerüstet ist wenig gefroren, wir im Windschatten der Juliane.

Mit ziemlicher Geschwindigkeit geht’s im Fjord zu einer unter Naturschutz stehenden Insel, wo diese niedlichen Vögel jedes Jahr wieder an exakt gleicher Stelle mit ihrem lebenslangen Partner genau ein Küken grossziehen. Nach etwa 45 Tagen wird der kleine Puffling flügge und dann geht es aufs Meer, wo die Vögel das ganze Jahr verbringen, bis sie im nächsten Sommer wieder zur Paarung und zum Brüten zurückkehren.

Bis zu 400 Flügelschläge pro Minute lassen sie sehr gut fliegen und selbst an steilsten Klippen sicher landen. Aber richtige Meister sind sie unter Wasser: Sie können dort bis 90 km/h erreichen, obwohl sie untertauchen wie eine Ente das tut.

Die beiden Mitausflügler haben eine wirklich gute Kamera dabei und schicken uns am Abend die besten Aufnahmen. Siehe oben Wie toll!

Zurück an Land wissen wir, dass wir uns für die Sunset Cruise am Abend noch wärmer anziehen müssen. Diese Cruise haben wir als kleine Wiedergutmachung des Reisebüros geschenkt bekommen, denn es ist absehbar, dass wir unsere geplanten Aktivitäten auf keinen Fall alle realisieren können.

Same procedere as every day – der Barkeeper wird uns vermissen!

Bislang wissen wir nur, dass die Bootsfahrt nach Eqi Lodge mitten in der Wildnis stattfinden wird. Den Rest bekommen wir nach Ankunft in Ilulissat mitgeteilt, wo wir heute – hoffentlich – um 15:50 Uhr Ortszeit landen werden.

Also drückt weiter die Daumen, damit der nächste Eintrag in Ilulissat bzw. Eqi Lodge geschrieben werden kann.

Zu unserer abendlichen Fahrt sind wir fast zu spät, aber eben nur fast! Mit einem deutlich grösseren Boot fahren wir Eisberge, einen Wal und einen Gletscher samt Wasserfall anschauen. Es ist 19 Uhr, bewölkt aber trocken und ganz selten blitzt die Sonne nochmal durch die dichter werdende Wolkendecke.

Wir, bestens gerüstet, und unser Blick auf Nuuk und die Eisberge im Fjord.

Das Boot ist genauso schnell unterwegs wie die Juliane am Mittag und die See immer noch ruhig. Beste Bedingungen, denn ich vergaß, das Pflaster gegen Seekrankheit zu kleben.

Wir sind auf jeden Fall draussen und geniessen die sensationelle Luft. Und stehen müssen wir auch nicht! Die beiden Stühle mit Rentierfell werden schnell frei, es ist schon ordentlich frisch, aber wir sind perfekt angezogen.

Schon wieder im Hafen macht der Käpitän ein Foto von uns in ‚unseren‘ Stühlen.

Die ersten kleinen Eisberge kommen bald in Sicht und nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Buckelwal, dem wir drei Mal beim Luft holen und Abtauchen zuschauen dürfen. Dann geht es weiter zur vorgelagerten Insel, die den grönländischen Namen ‚Insel mit kleinem Eis‘ trägt. Der Gletscher schmilzt laut Kapitän Sikki in atemberaubender Geschwindigkeit und fällt als wirklich sehr schöner Wasserfall in den Fjord.

Unser Skipper Sebastian schöpft uns eine Kanne Gletscherwasser, die wir gerne verkosten. Kalt, klar und erfrischend so ein tausende Jahre altes Wasser.

Skipper Sebastian, erfolgreiche aber nasse Angelegenheit, Abendstimmung und die Crew, beide 20 Jahre jung sowie die Trappe bei Flut.

Nach dieser Stärkung schippern uns die beiden Jungs sicher und sanft nach Nuuk zurück.

Schön war’s. Heim ins Hotel und ab ins Bettchen mit schöner ‚Abendsonne‘ um 22:46 Uhr!

Und drittens noch anders!

Glücklich am Aiport, pünktlich gestartet und nach einer halben Stunde erfahren wir vom Kapitän, dass es erneut Probleme gibt, diesmal haben sich die Wetterbedingungen verschlechtert und der Flug wird definitiv umgeleitet. Wir hoffen auf eine Stadt in der Nähe unseres Reiseziels.

Vor dem Abflug…

Wohin der Flug geleitet wird, erfahren wir etwa 10 Minuten später und wollen es nicht glauben – es geht zurück nach Nuuk!

…und nach dem Rundflug.

Die Wetterbedingungen sind so schlecht, dass der Pilot entschieden hat, umzudrehen.

Wie es dann weitergeht? Ob wir heute noch zu unserem Ziel kommen werden? Es bleibt abzuwarten…

Während ich in der Schlange an der Information stehe, bekomme ich auf der Air Greenland App angezeigt, dass wir auf einen Flieger am 11. August eingebucht sind. Also in den Bus und zurück nach Nuuk City.

Neues Hotel, ganz in der Nähe des alten. Die neuere „Light Version“. Supermodern, klein und Gabi findet die Bettgrösse so bedenklich, dass sie bald nach einem zweiten Zimmer fragt. Ausgebucht; zumindest die erste Nacht muss es so gehen.

Hungrig sind wir im Lokal der ersten Stunde hochzufrieden mit der leckeren Fischsuppe. Danach einige Häuser weiter auf einen Drink in die Skybar des ersten Hotels. Same place but different Cocktail. Wir sind zur Happy Hour am Start…

Viele moderne Neubauten in Nuuk, Hafenimpressionen. Der Friedhof gegenüber unseres Hotels.

Das Wetter ist herrlich, 12 Grad und Sonne und deshalb geht’s um 19 Uhr auf einen Abendspaziergang.

Der Fischer gerade in den Hafen zurückgekommene Fischer zeigt uns Stolz seinen Fang.

Dann gehen wir für einen kleinen Happs nebenan in der TapasBar essen und fallen ziemlich k.o. ins Bett.

Alte Tankstelle im Hafengelände, nochmal alte und neue  Bauten und eine phänomenale Weitsicht
Blick aus dem Fenster vorm Einschlafen, es ist 22:46 Uhr.

Und erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!

Noch ein Tag in Nuuk, unerwarteterweise.

Aufstehen 4 Uhr, Abfahrt 5 Uhr und 10 Minuten später die Ankunft am Flughafen – das sind mal kurze Wege!

Als wir noch an den Flug glaubten…

Der online check in des Koffers funktioniert nicht. Anfänglich erhalten wir die Info, dass die Sicherheitsschleuse noch nicht personell besetzt sei. Nun denn, es ist genügend Zeit bis zum geplanten Abflug um 7:15 Uhr.

Wir sehen allerdings direkt, dass der erste Flug auf der Anzeige gestrichen ist. Noch ahnen wir nicht, dass das unseren Flug auch ereilen wird. Die Informationsladies bitten um Geduld –  eine halbe Stunde später wird die Anullierung unseres Fluges Realität und ich versuche über die Notfallnummer des Reiseanbieters zu erfahren, wie es für uns weitergeht.

Die sehr freundliche Mitarbeiterin informiert mich, wie das Prozedere üblicherweise bei Schlechtwetterabsagen abläuft und bittet um Geduld, da auch sie erst gegen 8 Uhr die Kollegen im Reisebüro erreichen kann, versprcht aber,  uns dann zügig über den weiteren Ablauf zu informieren.

Klar scheint schon mal, dass alle weiteren Flüge am gleichen Tag ausgebucht sind (der nächste nach Ilulissat ist sowieso auch schon storniert).

Um 9 Uhr dann kommt ein Mitreisender zu unserem gemütlichen Schlafplatz uns zu sagen, dass draussen der Bus wartet und wir zurück in die Stadt gebracht werden.

Das Bodenpersonal? Durchsage? Nein, wieso auch! Aber die Aufforderung, wir müssten uns jetzt ganz schnell in die Liste eintragen, sonst würde der Bus leider ohne uns in die Stadt fahren. Ich bin echt sauer auf die beiden Ladies.

Auf unserem Spaziergang in den historischen Hafen von Nuuk, oben rechts das alte Krankenhaus

Wir kommen doch mit und landen, zufällig zugeteilt, wieder im ‚alten‘ Hotel. Check-in ab etwa 14 Uhr…

Mother Earth und das Heim der Royals aus der Nähe

Das Wetter in Nuuk ist heute sonnig und teilweise bewölkt bei 12 ° Grad. So vertreiben wir uns die Zeit in der Stadt, machen einen ausgedehnten Spaziergang und dürfen ein grönländisches Brautpaar sehen.

Auf dem Hügel, Gabi neben Hans Egede und mein Blick auf die Hochzeit

Völlig übermüdet sitzen wir danach im Café, erhalten unseren neuen Reiseplan und hoffen jetzt auf den Flug nach Ilulissat morgen um 10 Uhr. Drückt uns die Daumen!

Cocktails und Abendessen in unserem Hotel machen Spass und entschädigen uns etwas für das Chaos.

Unten links Lokal gebrautes Bier, rechts Walfisch

Von 20 auf 7 ° Celsius

Das sind die heutigen Wetterdaten für Kopenhagen und Nuuk. Da wir schon gegen 7 Uhr in der Früh zum Flughafen starten wollen, ist unsere Frühstückszeit auf 6:30 Uhr festgelegt. Und Gabi ist lieber safe than sorry und lässt den Wecker das erste Mal um 5:10 Uhr klingeln.

Klein aber fein, unsere Abendmaschine von Frankfurt nach Kopenhagen; Start bei 28 °/Ankunft: 21 ° Grad.

Spät waren wir im Bett und offensichtlich hatte ich etwas zuviel von diesem leckeren Bier…im Grönland-Flieger also erst Mal schlummern.

Auf in die Sommerfrische.

Der Flug in dem funkelnagelneuen AIRBUS A330neo, dem ganzen Stolz von Greenland Air, verläuft ereignislos, startet relativ pünktlich und dauert 4h25 min und so ist etwas Schlaf für uns beiden Nachteulen möglich. Da es einen Zeitunterschied von 3 Stunden gibt, werden wir gegen 10 Uhr Ortszeit landen.

Gegen 12 Uhr/8 Uhr erhaschen wir einen ersten Blick auf unsere Destination Grönland: einfach grossartig!

Jetzt ist es früher Abend und wir inzwischen dank unseres Guides Johannes halbe Inuit geworden; ein wahnsinnig spannender und informativer Stadtrundgang zum alten Hafen und dem Museum liegt hinter uns.

Wir erfahren so viele interessante Fakten über die Inuit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Stämme, die sich aus vier maßgeblichen Wanderbewungungen entwickelt haben und lernen viel über die grosse Tradition und den Stolz dieses Volkes, das sich zu weit über 90 Prozent dem evangelisch-lutherischen Glauben zugehörig zählt.

Tolle Kunst aus Holz, Leder, Knochen und Perlen

Was mich am meisten begeistert hat? Die Inuit leben Gleichberechtigung traditionell schon immer, glauben an zwei Himmel und dafür an keine Hölle, halten Gott aus naheliegenden Gründen für weiblich und zahlen ihren Schülern Prämien für den Besuch der weiterführenden Schulen/Unis. Kein Schüler, die meisten müssen für die Highschool umziehen, soll arbeiten müssen – Bildung und Gesundheit sind Grundrecht jedes Einwohners.

Der supercharmante Johannes (Jura-Student) erzählt mitreissend vom Leben und der Kultur der Inuit; hier vor der Skulptur einer Volks-Sage – im Hintergrund zu sehen ist der Sitz der Regierung.

Übrigens kamen wir auch am Parlament vorbei sowie am Haus des Premiers, beides jeweils immerhin mit EINER Überwachungskamera ‚gesichert‘.

Unten links das Haus und Auto des Premiers. Oben rechts die alte Kirche am historischen Hafen und davor ein Gebäude der dänischen Royals.

Wir sind völlig übermüdet, können aber trotzdem noch eine leckere Fischsuppe geniessen. Dann aber flugs ins Bettchen, denn morgen startet unser Tag gegen 4 Uhr…

Erst schafft uns diese Treppe, dann das doch ziemlich üppige Abendessen.

Bonne nuit!

Ein neues Abenteuer beginnt…

ab Frankfurt/Main, dem Luftdrehkreuz Deutschlands. Mein Freundin Gabi und ich starten in Kürze in unser gemeinsames Abenteuer in den hohen Norden.

Die Vorfreude steigt!

Unser Weg wird uns über Kopenhagen in die Hauptstadt Grönlands nach Nuuk und weiter nach Ilulissat führen. Ganze 8 Tage werden wir die weisse Wildnis erleben.

Im Anschluss geht es nach Reykjavik/Island, was ich voller Vorfreude schreibe. Meine Liebe zu Island ist allseits bekannt…

Freu!

Ich melde mich nochmal kurz aus Kopenhagen.

Der letzte Tag

vor der Abreise – morgen um 18 Uhr geht die Maschine zurück nach Frankfurt und bis 16 Uhr Mietwagenrückgabe. 10 Uhr ist auschecken aus der Wohnung. Keine Ahnung, wie wir die verbleibenden Stunden füllen werden, aber heute stand nochmal ein Highlight auf dem Programm: Jazzbrunch im Belmond Mount Nelson, (est. 1899) Luxushotel mit 198 Zimmern und Suiten.

Traumhaftes Blumenbouquet und sehr geschmackvolle Inneneinrichtung, nur die moderne Kunst am Brunnen stört.

Das Hotel liegt gar nicht so weit weg, aber wir nehmen trotzdem den Wagen (schmutzig und nicht standesgemäß). Wir sind sogar vor der Zeit dort, um uns ganz in Ruhe umschauen zu können.

Ein Haus wie aus der Zeit gefallen – ALLES in rosé und weiss (manchmal auch eine Spur blau oder pink), selbst der Garten ist in diesen Blütenfarben angelegt, irrsinnig alte Bäume und eine sehr beeindruckende Palmenallee, die vor 99 Jahren gepflanzt wurde (anlässlich königlich englischen Besuchs).

Die Auffahrt ist schon sehr beeindruckend,  o.r. einer der ältesten Bäume, die Eiche wurde schon 1863 in Gemälden dargestellt, also lange bevor es das Hotel gab.

Da wir so viel Zeit im Garten verbringen, sichten wir mal wieder Vögel, nehmen Vogelstimmen auf und können die Winzlinge damit auch bestimmen. Eine Finkenart hat es uns besonders angetan. Hagedasch dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Im Uhrzeigersinn von o.l. Prachtfink, n.n., Hagedasch, Kapnektarvogel.

Um 12 Uhr geht es dann mit dem Brunch los und die Musiker sind auch schon am Start, allerdings beeindrucken sie nicht wirklich mit ihrer Performance, obwohl wir gar nicht so weit weg sitzen.

Alles rosé oder was? Ein bisschen weiß darf auch sein. Unsere Assicht in den Garten (u.l.) und aufs Büfett.

Das Wetter hat sich heute leider zu bewölkt mit 20 Grad entschieden und damit ist es deutlich kühler als gestern. Deshalb sitzen wir dann doch lieber innen, auch wenn die Veranda wirklich sehr hübsch aussieht. Das Büfett lässt keine Wünsche offen und um möglichst viel zu probieren, muss man sich schon sehr im Griff haben.

Nur mal zwei der vielen kleinen Teller mit Köstlichkeiten, die wir probiert haben.

Für einige scheint das nicht realisierbar, speziell eine Deutsche hat in den 2 1/2 Stunden, die wir dort waren doch tatsächlich ununterbrochen gegessen.  Unglaublich!

Nachdem sich die Wolken wie festgeheftet haben, sind wir entschieden, noch in eine Shopping Mall zu fahren. Wir haben beide keine gesteigerte Lust, unsere Wanderstiefel auf der Rückreise zu tragen und die Koffer waren schon vor den Souvenireinkäufen gut gefüllt. Da ich sowieso einen neuen Koffer brauche (der alte hat seinen Zenit schon eine Weile überschritten) besorgen wir einen Neuen. Damit sind wir tiefenentspannt, was das Packen angeht.

Jetzt bleibt nur noch das zu tun und lebewohl zu sagen.

Wahnsinnig abwechslungsreiche, teils auch nervenaufreibende vier Wochen sind zu Ende und wir sind Südafrika-satt.

Toll war’s!

Tagesausflug ans Kap der guten Hoffnung und Freedom Day in Kapstadt

Einmal, ja, nur einmal!, habe ich mir die nervenzehrende Ausfahrt vorgenommen. Gestern dann die Fahrt ans Kap über Champs Bay, Hout Bay und den Chapman’s Peak Drive.

Oben rechts Champs Bay,  u.l. Whale Rock und dann Richtung Chapman’s Peak Drive

Eine traumhafte Route mit Wind, der uns zeitenweise fast umweht bzw. das Auto durchschüttelt. Das Wetter bietet mit erwarteten 25 Grad und viel Wind ein sensationelles Schauspiel am Himmel. Immer wieder werden Hügelspitzen von Wolken überwandert – es sieht teilweise so aus, als ob die Wolken an den Hügeln verquirlt werden und so fahren wir viele Male von der Sonne in den Nebel.

Vom Chapman’s Peak Drive haben wir nicht viele Fotos, hier daher nur ein kleiner Einblick

Chapman’s Peak bietet derart sensationelle Ausblicke auf die Küstenlinie, dass wir uns gar nicht sattsehen können. Das Wandergebiet ist bestimmt ebenso schön, aber das steht heute nicht auf dem Programm.

Kurz nach der Einfahrt in den NP (o.l.) und dann am Ende des Weges etwas kraxeln für mich – aber nur bis zu den Straussen.

Wir können uns gut vorstellen, welcher Andrang hier am Wochenende herrschen muss und sind sehr froh, die Gegend an diesem Freitag fast für uns zu haben. Wir erfahren später am Abend, dass der heutige Samstag Freedom Day, d.h. Feiertag, ist und sind gleich doppelt froh.

Was wir auch erfahren ist, dass das Auto ausserhalb unserer Anlage geparkt werden muss, weil Malerarbeiten in der Einfahrt stattfinden: um 8 Uhr am Samstagmorgen  sollte die Zuwegung komplett frei sein. Parkplätze gäbe es fürs Wochenende kostenlos im Parkhaus des Shoppingkomplex wenige Meter entfernt. Das ist ja mal spannend.  Die Vermieter reagieren auf Nachfrage nicht wirklich und so wissen wir nicht, ob das stimmt. Aber tatsächlich ist am Morgen ein Einzelkämpfer am Start – und fast alle Wagen sind weg.

Herrlich, dieser Anblick – die Ausfahrt gestaltet sich super entspannt.

Als auch der letzte ausfährt, mache ich mich auf die Socken und setze den Wagen ins Parkhaus um. Da bleibt er jetzt, bis wir die Wohnung hier am Montag gegen 10 Uhr verlassen. Damit bin ich wesentlich entspannter!

Aber nun wieder zurück zum  gestrigen Ausflug. Der Nationalpark am Cape ist wunderschön, die Strände sind riesig und der Wind unbändig.

Nicht bis oben, aber trotzdem schon ein toller Ausblick – auch auf den Parkplatz.

Trotzdem laufe ich ein Stück am Endpunkt – als mir allerdings fast die Sonnenbrille vom Kopf weht, drehe ich wieder um. Auf Höhe der Strausse mache ich noch gegen den Wind ‚gelehnt‘ ein kurzes Video, das auch den tosenden Wind dokumentiert und laufe zurück zum Auto, indem meine Schwester auf mich wartet.

Simon’s Town mit hübschen Fassaden und oiginellem Zebrastreifen

Jetzt haben wir beide Hunger und stoppen auf dem Rückweg in Simon’s Town, einem hübschen Küstenstädtchen, in dem noch viele historische Gebäude erhalten sind und sich ein grosser Marine-Stützpunkt befindet. Weitere Attraktion sind die hier lebenden Pinguine.

Im Willets Hotel, Bj. 1828, wir essen natürlich draußen,  auch wenn es innen sehr hübsch ist. Die Managerin bietet uns netterweise an, ein Foto aufzunehmen.

Die allerdings besuchen wir hier nicht, sondern wir fahren weiter Richtung Groot Constantia, dem ältesten Weingut in Kapstadt. Dahin schaffen wir es kurz vor Schließung um 17 Uhr – gegen 18 Uhr ist hier derzeit Sonnenuntergang und damit unsere bevorzugte Zeit für die Heimkehr in unser temporäres Zuhause.

Das schön angelegte Pflanzbeet bildet den Zugang für die Toiletten
Die Anlage ist wunderschön und wohl beliebt als Kulisse für Hochzeitspaare

Das haben wir auch gut hinbekommen und genießen den Sonnenuntergang auf der kleinen Dachterrasse.

Abendstimmung, tolles Licht und wahnsinnig schöne alte Bäume.

Heute am Feiertag haben wir das Two Oceans Aquarium an der Waterfront besucht. Ein wirklich lohnendes Ziel, denn die Becken sind atemberaubend bestückt. Ausserdem eine gute Möglichkeit, um die hohen Temperaturen heute auszuhalten.

Auf dem Weg zum Aquarium und kaum drinnen, schon finde ich nicht nur Nemo, sondern auch Dory!
Einfach nur faszinierend,  alle Formen, alle Farben, es ist eine Wucht.
Oben links ist ein Musselcracker zu sehen (den wollten die beiden Harpunenjungs erlegen).
So viele Fotos sind nix geworden;  Anemonen sind einfach die besseren Motive.

Mehr als 2 Stunden begeistert uns dieser Besuch. Dann braucht es Nahrung, zuvor allerdings schlendern wir durch das Watershed Shopping Center – ein Platz für viele lokale Gewerbetreibende und Künstler.

So viel zu entdecken! Sehr schwer, hier nichts zu kaufen.

Upcycling von Flipflops bis handgestrickte Jacken, genähte Tischwäsche bis geschnitzte Buchstützen, viel Keramik und Schmuck. Es ist eine wahre Freude diese vielfältige Kreativität zu sehen.

Toller Ort, wir kommen vielleicht nochmal wieder!

Und natürlich wird doch noch das ein oder andere Souvenir erstanden. Jetzt aber nach Nebenan ins TimeOut, eine Halle nur mit kulinarischen Genüssen – Stände mit Leckereien, von Sushi über Pizza bis Fusion Food. Unsere Entscheidung für FusionFood erweist sich als goldrichtig.

Nochmal bisschen Waterfront bummeln, Galerien gucken und dann geht’s zurück. Der Tag war mal wieder gut genutzt.

Auf dem Rückweg vorm Supermarkt: Ist das schon Kunst? Desaster wird hier professionell gemanagt…

Art Tour mit Hindernissen

Heute beginnen wir unseren Tag sehr früh. Schon um 5:30 Uhr stehe ich in regem Email- Austausch mit dem Kurierdienst, der meinen in der ersten(!) Unterkunft vergessenen Tolino HEUTE zustellen soll.

Morgenstimmung auf der Dachterrasse- der Tafelberg noch in den Wolken.

Dummerweise haben wir für 10 Uhr unsere Mural Art Tour im Stadtteil Woodstock gebucht und für den Fußweg benötigen wir laut Google Maps 50 Minuten. Also wird es mit der Anlieferung schwierig bis unmöglich, denn es gibt keinen Briefkasten vor dem elektrischen Hoftor.

Nachdem das einigermaßen geklärt und die Sendung an das Büro unserer Vermieter umgeleitet ist, setzen wir uns um 8:45 Uhr in Bewegung. Die Wettervorhersage verspricht wieder 22 Grad und wir sind guten Mutes, dass wir den Weg in der angezeigten Dauer schaffen – gutes Schuhwerk an den Füßen und heute ohne Rucksack.

Unser Sitzplatz auf dem Dach, das Nachbarhaus und unser Weg nach Woodstock. Erstes Mural kurz vor der Ankunft.

Die Übergänge an den Straßen sind abenteuerlich, die Grünphasen der Ampeln, so sie denn überhaupt kommen, sehr kurz und es windet, was der Himmel hergibt.

Nachdem wir am Bahnhof vorbei sind – das ist ja in fast allen Städten nicht gerade die beste Gegend – wird es immer unangenehmer: sehr viele Obdachlose am Straßenrand. Als uns dann ein weisser Radfahrer anhält und nach unserem geplanten Weg befragt, sind seine Hinweise unmissverständlich: Diesen Weg keinen Meter weitergehen! Ein Stück zurück und unbedingt den Umweg über das Castle of Good Hope nehmen.

Da wird es uns dann doch etwas mulmig zumute. Wir finden den besagten Weg und ganz ehrlich ist auch diese Gegend definitiv nur tagsüber zu begehen, wobei die Gegend besser wird, je näher wir unserem Ziel kommen.

Vielleicht unser Schutzengel?!

Pünktlich um 10 Uhr sind wir am Treffpunkt in Woodstock angekommen, der sich als relativ neuer Kreativ/Start-Komplex mit kleinen Läden herausstellt. Die Security Lady vor Ort befragt, bekommen wir die Bestätigung,  dass die Kunst-Touren von hier aus starten.

Woodstock Exchange, unser Treffpunkt für die Tour

Wir setzen uns erst einmal in das dortige Café, aber der Guide ist auch nach einer halben Stunde noch nicht aufgetaucht. Wir überlegen schon auf eigene Faust loszulaufen, aber die Dame von der Security bietet an, beim Tourenanbieter telefonisch nachzufragen. Wir erfahren, dass der Guide auf dem Weg zu uns ist und wir dort auf ihn warten sollen.

Alle Graffiti befinden sich innerhalb von zwei Blocks, in der Mitte die Galerie,  in der die nachfolgenden Fotos aufgenommen sind

Um 11 Uhr geht’s dann wirklich los – unser Guide wohnt im Viertel, ist super und zeigt uns die Graffiti im direkten Umfeld. Er kennt einen Großteil der Künstler persönlich, denn einige haben ihre Ateliers dort – so auch ein Berliner Sprayer.

Moschee mit Minarett im Viertel

Wir bekommen wahnsinnig viele Infos zur Geschichte des Stadtviertels, das DIE Produktionsstätte für Kleidung war und zu seinem Verfall; deutlich wird auch, dass die Gentrifizierung im Gange ist.

Was wir aber auch bekommen, ist ein Insiderblick auf die sozialen Probleme Südafrikas. Besorgt über unsere Sicherheit macht uns unser Guide klar, dass unser Spaziergang offenbar von einem Schutzengel begleitet wurde, den wir aber nicht weiter herausfordern sollten.

Das Restaurant in der Old Biscuit Mill, das ich schon sehr lange vorgebucht habe und das sich nur 1 km weit weg befindet, sollten wir bitte ausschließlich mit dem Taxi bzw. Uber erreichen.

Wir sind ja lernfähig, also machen wir das auch. Wie fast überall ist auch dieses Gelände mit Security gesichert, was uns jetzt doch ein gutes Gefühl gibt. Wir haben noch Zeit bis zu unserer Reservierung und schlendern durch die Shops.

Schöner Ort, aber wir sind doch froh, als wir wieder auf unserer Dachterrasse sitzen.

Das Essen (vegetarisches Menü) war wirklich sensationell und die Bedienungen superfreundlich.

Zurück zur Unterkunft bemühen wir ebenfalls einen Uber. Heute geht’s nur nochmal kurz auf die Strasse zum Einkauf in den nächstgelegenen Supermarkt.

Dann sind wir entspannt in unserer Unterkunft…

Was für ein Tag!

Kunst und Geschichte

Das sind unsere beiden Vorhaben für heute. Wir wollen nach dem Frühstück ins Zeitz/MOCAA starten und danach nach Robben Island übersetzen, um die Geschichte der Insel und ihres prominentesten Gefangenen etwas besser kennenzulernen.

Noch ziemlich neblig, u.r. das MOCAA

Das Wetter ist zu Beginn etwas bewölkt und mit 16 Grad recht kühl, bis zur Abfahrt wird es aber aufklaren und 22 Grad erreichen, beste Voraussetzungen also.

Aber erst mal ins MOCAA – dem ziemlich neuen (Baujahr 2017) Museum für Moderne Kunst direkt an der V&A Waterfront. Ein ehemaliger Getreidespeicher wurde für die Sammlung des deutschen Topmanagers Zeitz umgebaut. Und das ist richtig gut geworden! Der gleiche Architekt hat u.a. auch ‚The Vessel‘ in New York gebaut.

Das Gebäude hat tatsächlich etwas sakrales, wirkt wahnsinnig grosszügig durch ein Atrium und das einfallende Licht dank Buntglasfenstern sehr stimmungsvoll.

Die ‚Oberlichter‘ von unten (o.l.) und von oben (u.r.) im sogenannten Skulpturengarten. Die darüber hinausgehenden Geschosse gehören zum Hotel

Die Treppenanlage ist ebenso eine Wucht wie die im Atrium befindlichen gläsernen Aufzüge – für meine Schwester ist beides gleichermaßen eine Katastrophe,  sie arbeitet sich trotzdem nach oben – aber runter wird es dann noch schwieriger und einen Teil der Ausstellung lässt sie (leider) komplett sausen.

Trotzdem ist auch sie vom Konzept begeistert.

Nur ein kleiner Querschnitt der derzeitigen Ausstellungen
Sehr abwechslungsreich – viele sehr gute Videoinstallationen, von denen ich hier nichts abbilde.

Zum Mittag versorgen wir uns im Food Departement des Woolworth und stellen wieder einmal fest, daß das hier offensichtlich das erste Haus am Platz ist.

Mit Blick auf den Hafen essen wir unser Sandwich und sind pünktlich am Pier. Die 15 Uhr Tour ist die letzte des Tages und scheint gut gebucht.

Im Hafen und unten rechts dann schon auf Robben Island

Nach 30 Minuten ohne sonderlich hohen Wellengang betreten wir Robben Island und werden per Bus an einige wichtige Stationen gefahren. Wir erfahren, dass die Insel zu Beginn als Verbannungsort für unheilbar Kranke (z.B. Lepra) diente. Die Patienten hat man zum Sterben hierher gebracht – davon zeugt u.a. ein noch erhaltener Friedhof. Alle Gebäude aus dieser Zeit hingegen wurden abgerissen, lediglich die Kirche blieb verschont.

Inzwischen ein Naturparadies gibt es hier auch Pinguine.

An der Gefängnisanlage angekommen, werden wir von einem ehemaligen Insassen herumgeführt. Mac hat als politischer Gefangener fünf Jahre seines Lebens in einer grossen Gemeinschaftszelle verbracht. Anschaulich erzählt der inzwischen 75jährige vom Alltag hinter Gittern.

Mac demonstriert die von den Gefangenen einzunehmende Zählhaltung am Morgen und Nachmittag (o.r.); die Zelle von Mandela (Mitte l.)

Und natürlich bekommen wir auch Informationen zum berühmtesten Insassen Nelson Mandela.

Während der Überfahrten wird die Insel porträtiert und ihre freiwilligen und unfreiwilligen Bewohner mit deren Erkenntnissen zitiert; besonders berührend ist, dass sich offensichtlich kein politischer Gefangener klein machen ließ.

Am Pier, die Robben haben hier ihr zu Hause.

Mit dem Sonnenuntergang sind wir zurück und huschen ins Apartment – zufrieden mit dem gut genutzten Tag.

Unsere letzte Woche!

Kaum zu glauben, aber mit dem heutigen Tag und unserer Ankunft in Kapstadt sind wir auf der letzten Etappe unserer Reise angekommen. Und ja, das Autofahren in Kapstadt ist schon eher wieder mit Berlin vergleichbar. Dank Google Maps kommen wir aber geschmeidig ans Ziel und sind sogar eine Stunde früher dran als geplant.

Pinguine und Klippdachse u.a. in Betty’s Bay

Unsere Tour hierher haben wir in Betty’s Bay unterbrochen, denn dort gibt es einen Strand, an dem man Brillenpinguine beobachten kann. Die Klippen sind mit Laufbohlen versehen, unter denen die Pinguine ungehindert durchwatscheln können und ihrem Tagesgeschäft nachgehen: Höhle putzen, sich selber putzen, schietern (natürlich ausserhalb des Heims!), baden gehen oder sonnenbaden und als Truppe oder einzeln die Gegend erkunden.

Sehr witzig, dass sie schon auf dem Parkplatz damit angefangen haben – insofern sind die Warnschilder äußerst sinnvoll und ernst zu nehmen.

Wäre bestimmt mit Sonne sehr schön gewesen; unser Café-Stopp in Gordon’s Bay

Die restliche Strecke verläuft küstennah über eine fantastische Strasse (mit derzeit vielen Baustellen) und wahrscheinlich spektakulären Ausblicken; der Grossteil versinkt aber leider im Nebel. In Gordon’s Bay trinken wir einen Kaffee – finden den Ort abgesehen vom schönen Strand aber nicht besonders sehenswert und setzen unsere Fahrt daher relativ schnell fort.

Riesiges Township außerhalb von Kapstadt in der Nähe des Flughafens und Friedhof bei Gordon’s Bay

Trotz unserer frühen Ankunft werden wir direkt empfangen und bekommen alle Details zu unserem temporären Zuhause erklärt. Wobei ich schon noch zu tun habe mit dem Fakt des Parkplatzes bzw. der Zufahrt. Mit Grausen stelle ich mir vor, hier wieder rückwärts ausfahren zu müssen!

Eng, enger, am engsten!

Das Haus selbst ist superkomfortabel ausgestattet – jede hat ihr eigenes Zimmer und Badezimmer! Und geschmackvoll ist es auch noch. Besonderes Highlight: ein kleiner Sitzplatz auf dem Dach.

Viel Platz für uns zwei
Unser Hinweg führt uns vorbei am Krankenhaus (Mitte l.) Security am Hafen (u.r.)

Wir machen uns also auf Richtung Viktoria&Albert Waterfront – direkt südlich von uns gelegen. Riesiger Hafenkomplex mit recht schöner Shoppingmall.

Proteen was das Herz begehrt, Merkwürdigkeiten für Hunde und alles, was Europa so zu bieten hat 😉

Besonders hübsch sind aber der alte Uhrturm und die offensichtlich aus der englischen Besatzung stammenden Gebäude. Das Wetter ist perfekt zum draussen Sitzen (Sonne, 23 °) und so finden wir einen schönen Platz zum frühen Abendessen, von wo aus wir diversen Gesangsdarbietungen lauschen.

Mächtig was los an der V&A Waterfront
Ziemlich beeindruckender Chor (o.l.). Das Zeitz Mocca – moderne Kunst im ehemaligen Getreidespeicher und darüber Hotel
Abendstimmung mit Uhrturm. Unser Restaurant (u.r.)