Hermanus – die Whale watching Destination

Die Stadt Hermanus ist heutiges Etappenziel, lebt vom Tourismus und augenscheinlich von den Walen, die vor allen Dingen in den hiesigen Sommermonaten in der Bucht zu beobachten sind.

Heute sind wir früh in Struisbaii gestartet, denn wir wollen noch zu einer Höhlenbesichtigung in Arniston (ca 40 Min. Autofahrt). Diese Höhle, die allerdings nur bei Ebbe zu begehen ist, soll riesig sein; Tiefstand ist gegen 8:30 Uhr – um 10 Uhr sind wir vor Ort.

Früher Vogel usw., deshalb brauchen wir auf dem Weg erst mal einen Kaffee (u.r.). Blick aus unserem Fenster (o.l. und o.r.); Kunst am Straßenrand (u.l.)

Mein Versuch, den Weg dorthin zu laufen scheitert leider schon relativ früh – bereits nach wenigen hundert Metern stehe ich mit Schuhen und Strümpfen im Wasser. Da ich nicht sicher bin, wie der Weg sich gestaltet und ob ich es noch rechtzeitig zurück schaffe, breche ich ab. Leider…aber der Strand ist spektakulär schön und einsam, lediglich ein Surfer, ein Angler, eine Schwimmerin und zwei Taucher mit Harpunen haben sich hierher verirrt. Auch der winzige Ort Arniston ist ein Schmuckkästchen.

Früh, aber nicht früh genug – jedenfalls für meine Schuhe. Toller Strand in Arniston. Seestachelbeere – eine Quallenart (Mitte l.)
Die Taucher sind mit ihren Harpunen auf der Jagd nach Muschelbeissern – nicht wirklich hübsche, aber ziemlich grosse Fische.
Aufnahmen in Arniston, bis auf o.r., diese Häuser stehen in Napier

Auf unserem Weg nach Westen haben wir wieder spektakuläre Ausblicke auf die Bergkette, die Strasse folgt weitestgehend  dem Verlauf eines Flusses, wir passieren mit Napier ein ausgesprochen hübsches Städtchen und die ersten grossen Weingüter sind rechts und links der Strasse auszumachen.

Auf dem Weg nach Hermanus

Hermanus wird für uns zwar nicht der Ort zur Walbeobachtung werden, aber die Stadt hat ansonsten auch einiges zu bieten.  Zum Mittagessen haben wir ein Restaurant ausgesucht, das nicht schöner gelegen sein könnte. Terrassiert auf verschiedenen Ebenen und sogar auf vorgelagerten Felsplateaus sind die Sitzplätze verstreut. Für das Personal eine echte Herausforderung, für die Gäste der Himmel auf Erden: fantastischer Ausblick, tolle Luft und sagenhaft leckeres Essen – natürlich in erster Linie Fisch.

Geht’s uns gut? YES!!!

Welch besonderer Ort und wie schön, dass wir ihn gefunden haben!
Entspanntes Essen und tolle Ausblicke in alle Richtungen – Wetter könnte nicht besser sein.

Hier verbringen wir ein rundum entspanntes Mittagessen, betrachten die Brandung und begucken die Leute rundum.

Coole Schwester vor coolem Mural

Erst gegen 15 Uhr laufen wir ein paar Schritte zum Harbour Front Shopping, finden unerwartet interessante Wandmalereien und einige Geschäfte mit schönen Dingen und Kleidung.

Wir holen unseren Wagen und fahren die wenigen Minuten bis zur Unterkunft; dort lassen wir fünfe Grade sein und legen uns das erste Mal in diesem Urlaub an den Pool.

Unser abendlicher Spaziergang und die ersten gesichteten Klippdachse (o.r.)

Nach der Ruhepause geht’s zum Spaziergang ans Meer. Dort angekommen sehen wir das erste Mal Klippschliefer oder Klippdachs  – ein ganz posierlicher und nicht allzu scheuer Zeitgenosse.

Gartenzaun mal anders (u.l. und mitte) – hübsche Blüten überall, nicht zuletzt an den Bäumen (u.r. das ist ein heller Eukalyptus)

Mit Fotoaufnahmen des schönen Sonnenuntergangs sowie einigen blühenden Eukalyptus-Bäumen beschliessen wir unseren langen Tag.

Fundstücke auf dem Rückweg

Bettys Boutique Hotel

haben wir nicht ohne eine neuerliche Partie Billard verlassen! Das Frühstück nehmen wir auf der Terrasse ein – mit Blick auf den Garten aber leider nicht bis zum Meer. Das Wetter ist wieder in erster Linie feucht zu nennen, die Abreise gestaltet sich gemütlich, denn Check-out ist 11 Uhr.

Unser Frühstücksplatz und der Blick in den Garten (o.l.&und.l.) mit tollem Baumhaus; Details im Billardzimmer (o.r.)
Wie schon geschrieben: Very British & Royal

Wir fahren eine kleine Schleife durch Mossel Bay, aber so ungemütlich wie es dort gerade ist, geht’s dann direkt Richtung Struisbaii, dort sind wir für zwei Nächte eingebucht und hoffen darauf, dass die Wettervorhersage stimmt und dass heute der letzte ‚foggy day‘ ist.

Unsere Kaffeepause – lecker!

Das Haus, gebaut auf der Klippe nach L’Agulhas ist funkelnagelneu und mit ziemlich allem Komfort ausgestattet.  Laut Empfehlung der Inhaberin gibt es in unmittelbarer Nähe ein gutes Fischrestaurant. Nachdem wir nur einen kurzen Kaffee&Kuchenstopp auf der Fahrt eingelegt haben, machen wir uns mit viel Hunger kurz nach unserer Ankunft auf den Weg.

Nun denn, es gab einmal frittiertes – nicht wirklich schlecht, aber auch nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Gut, dass viel Zeit zum Verdauen blieb…

Oben links das Fischrestaurant mit Takeaway (war unser Ziel), Tankstelle/Tante Emma-Laden in direkter Nachbarschaft. Naturschwimmbad in L’Agulhas

Am nächsten Morgen schauen wir wieder in einen grauen Himmel – ab 11 Uhr soll die Sonne durchkommen – um 14 Uhr hat sie es dann vollends geschafft! Wunderbares Wanderwetter mit 22° Celsius.

Es ist schon etwas blau zu sehen! Der Blick aus unserem Zimmer.

Wir starten um 10:30 Uhr, unsere Ziele: der Leuchtturm von Agulhas, der Southern Tip und das Schiffswrack der Meisho Maru. Gesamtlänge der Wanderstrecke ca. 10 km.

Um 10:30 Uhr passieren wir das Ortseingangsschild
Und fast sofort sind wir am Strand begeistert beim Muschelsuchen und Schätze finden.
Vorm Leuchtturm der Eingang zum NP mit besonderem Warnschild, nach 1.5 km sind wir am Southern Tip (u.l.)
Ein toller Platz für die Mittagspause am Southern Tip – dann weiter zum Wrack (o.l.)
Unser Rückweg, als kleine Verlängerung der Route laufen wir auch das Cape Agulhas
15:30 Uhr passieren wir erneut das Ortseingangsschild, (o.r.) die letzten Meter die Klippe nach oben. Blick auf ‚unseren‘ Strand.

Sofort nachdem wir zurück sind fahren wir Richtung Hafen in Struisbaii, denn hier gibt es riesige zahme Rochen (siehe oben links), die wir unbedingt sehen wollen. Ausserdem haben wir Hunger und hoffen dort auf ein Restaurant. Leider vergebens.

Kurz noch auf die Hafenmole und den Anglern zuschauen…

…dann aber flugs die bereits eingekauften Lebensmittel in der Unterkunft verspeisen, Duschen und Füsse hoch!

Erdmännchen beim Sonnenbaden

Der Wecker klingelt noch nicht, es ist 5:45 Uhr, aber der Gockel in der Nachbarschaft verkündet bereits den bevorstehenden Sonnenaufgang. Und so beginnen wir unseren Tag mit einem kleinen Frühstück, damit wir pünktlich um 7 Uhr am Treffpunkt sind.

Bei Sonnenaufgang in der Karoo und auf der Outdoor-Toilette… die ersten ‚Mutigen‘.

Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und offensichtlich sind wir nicht die einzigen Frühaufsteher: Eine Truppe von 12 Menschen schaut sich das Spektakel zusammen an. Nach einer Tasse Tee und jeder bewaffnet mit einem Klappstuhl laufen wir mit unserem Guide Devey durch die kleine Karoo.

Er erklärt auf dem Weg schon jede Menge Wissenswertes zu den Erdmännchen und deren Lebensweise. Die Sonne geht auf und auf einmal wird Devey sehr flink und positioniert uns in Windeseile, denn er hat den Späher der Erdmännchen-Truppe gesehen. Jetzt geht es darum, dass wir uns möglichst schnell möglichst wenig bewegen. Die Tiere sind wahnsinnig scheu und reagieren auch auf kleinste Bewegungen.

Dann geht es Schlag auf Schlag und dreizehn Tiere ’stehen‘ auf einem kleinen Hügel und halten ihre deutlich dunkleren Bäuche in die Sonne – das brauchen sie, damit ihr Verdauungstrakt in Schwung kommt. Erst wenn sie durchgewärmt sind klären sie die Rangfolge der Truppe und ziehen los zur Futtersuche, wobei sie alles vertilgen, was Proteine bietet – besonderer Leckerbissen sind Skorpione, die sie dank ihrer scharfen Zähne mühelos knacken.

Interesse an den Besuchern? Nö!

Mitunter dauert so eine Sichtung nicht lange  – der Guide berichtete von seiner kürzesten Tour, bei der die Erdmännchen gerade einmal 5 Minuten zum Aufwärmen und zur Klärung der Rangfolge brauchten und danach in der Karoo verschwunden sind.

Wir haben Glück und die Truppe lässt sich alle Zeit der Welt – gut eine halbe Stunde sehen wir den Rangkämpfen sowie den Balgereien des jüngsten Truppenmitglieds zu, das etwa 5 Wochen alt ist. Alle Informationen hier zu notieren würde den Rahmen sprengen. Daher nur so viel: Es war toll, lehrreich und die Meerkat einfach niedlich anzusehen.

Ziemlich viele Kirchen, hübscher Antiquitäten Laden, in dem wir uns natürlich umsehen.

Nachdem meine gestrige Recherche zu Oudtshoorn ergab, dass auch das ehemalige Wohnhaus eines Straussenbarons besichtigt werden kann, machen wir uns noch einmal Richtung Stadtzentrum auf den Weg – mit Stopp in einem Café, denn den brauchen wir jetzt dringend.

Graffito mit bekanntem Banksy Motiv, Glaseinlegearbeiten Kirche (o.r.), Details im Le Roux Haus (Mitte und u.r.), tolles Upcycling alter Autoreifen vor einem Café

Das Le Roux Haus ist ein Zeitzeugnis des wahnsinnigen Reichtums dieser Familie, die als die ‚Erzeuger‘ der qualitativ besten Straussenfedern galten. Das Haus 1909 als Hochzeitsgeschenk für die Braut gebaut und als Wochenendwohnsitz genutzt – mit für die damalige Zeit unvorstellbarem Luxus.

Circle of Life für die Frau (o.r.) und den Mann (u.l.)

Viele wunderschöne  Art Deco Elemente im Haus und eine beeindruckende Gemäldesammlung.

Das Le Roux von außen,  Strassencafé und Strassenszene gegenüber, der Pass auf der Rückfahrt Richtung George/Wilderness

Dann aber zurück über den Pass via George zum Nationalpark Wilderness. Die Idee ist, den Kingfisher Trail zum Wasserfall zu wandern. Einen Großteil der Strecke haben wir erwandert – immer entlang des Flusses und mit vielen tollen Vogelstimmen im Ohr.

Sandra hat an zwei Stellen tapfer ihre Höhenangst besiegt, dann wird es ihr aber doch zu viel bzw. zu anstrengend und nach etwa 2 Stunden treten wir den Rückweg an.

Im NP kann man auch Übernachten, Pilze in tollen Farben am Wegesrand

Bei unserer Ankunft im NP war die Bucht in Nebel getaucht und es hatte kühle 15 Grad; während unserer Wanderung dann aber strahlender Sonnenschein und wir sind froh über den schattigen Wegverlauf.

Tierischer Bewohner des NP und nochmal schöne Baumpilze, komfortabler Abschnitt des Wanderwegs

Zurück am Auto zeigt sich das gleiche Bild wie zum Tourenstart: Wieder ist alles nebelverhangen und mit 16 Grad ist es auch nicht wirklich wärmer geworden.

As british as it can be…und unser schönes Zimmer.

Fast die gesamte Autofahrt hält sich dieses Wetter und auch die Temperatur steigt nur sehr wenig – 18 Grad ist das Maximum, was wir heute noch auf dem Thermometer sehen.

In Mossel Bay Nieselregen. Aber Bettys Boutique Hotel ist eine Wucht. Das Haus wurde 1903 erbaut und von den jetzigen Eigentümern, einer Familie aus Yorkshire, in 2017 erworben. Alles sehr englisch! Wir Essen eine vorbestellte Käseplatte zu Abend, trinken leckeren Weißwein und spielen eine Runde Billard.

Im Billardzimmer: Liebevoll zusammengestellte Käseplatte, die wir komplett! verspeist haben.

Und besonders froh sind wir, bei diesem Wetter nicht mehr loszumüssen.

Von Knysna nach Oudtshoorn

Schön war’s in Knysna, leider haben wir die Harbourfront verpasst. Wahnsinnsausblicke am Pass (o.l. und u.l.)

Die rund 130 km lange Strecke, die Richtung Norden über den Outeniqua Pass verläuft, bringt uns in knapp 2 Stunden nach Oudtshoorn.

Schon bei der ersten Vorbeifahrt fand ich das Smitswinkel interessant.
Und beim Besuch zum Mittagessen scheint der Fundus an Sammlerstücken schier unerschöpflich.

Nach unserer Ankunft versorgen wir uns in einem Restaurant/Take away/Gemischtwarenladen und Museum mit einem äußerst üppigen Mittagessen. Dieser Ort lebt offensichtlich von der Sammelleidenschaft seines Inhabers – bis zu Flugzeugen ist so ziemlich alles hier zu finden. Ein Eldorado für Liebhaber von Antiquitäten.

Neben dem Restaurant gibt es einen Garten mit Voliere  und Unterkünfte sowie eine Minigolfanlage.

Auf der Liste der Attraktionen des Ortes steht auch noch das Haus des Autors der Südafrikanischen Nationalhymne,  Cornelis Jacob Langenhoven. Das Grundstück beherbergt nicht nur sein Wohnhaus und seine Grabstätte, sondern auch noch ein ziemlich modernes, nach Bauhaus aussehendes Kulturgebäude.

Der Garten ist ein Traum – vor allem weil die ersten Herbstfärbungen zu sehen sind (o.l.).

Weil wir noch Wasser und etwas Obst benötigen, kaufen wir in der zentral gelegenen Mall ein und da es nur wenige Meter fussläufig zum Heimatmuseum sind, machen wir uns kurzer Hand auf den Weg.

Das Wohnhaus von Langenhoven (u.l.). Blumengebinde im Supermarkt und Säcke mit Reis und Mais

Die Stadt lebt offensichtlich schon von Beginn an von der Straussenzucht. Interessant waren daneben vor allen Dingen auch die im Gebäude originalgetreu aufgebaute Bank und Apotheke und die Informationen zum Schulgebäude.

C.P. Nel Museum mit Schulhaus aussen (u.r.) und innen (u.l.)
Im Museum, Bank und Apotheke.

Nun aber endlich zu unserer Unterkunft. Ein schöner Blick auf den Garten und eine große Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern – hier werden wir sicher gut schlafen und morgen pünktlich um 6:45 Uhr zu unserer Erdmännchen-Beobachtung aufbrechen.

Viel Platz für uns zwei.

Bevor wir aber die Füsse hochlegen, machen wir noch einen kurzen Abendspaziergang.

In der Nachbarschaft, Pfefferbaum (u.r.)

Tsitsikamma, Plettenberg Bay mit Robberg Island nach Knysna

Goodbye Beach Music – schön war’s in Jeffreys Bay!

Sonnenaufgang an ‚unserem‘ Strand und hübsche Details der Unterkunft Beach Music

Die heutige Route ist rund 220 km lang –  mit Zwischenstop in der Plettenberg Bay Area, genauer gesagt auf Robberg Island; dort wollen wir wandern.

Durch den Tsitsikama, viele schöne Ausblicke, die es aber nicht auf ein Foto geschafft haben…

Die Fahrt ist relativ ereignislos, will heißen,  hier gibt es so gut wie keine Schlaglöcher, die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind eindeutig und die Baustellen mit 80 km/h zu durchfahren hält auch nicht wirklich auf.

Ankunft auf Robberg Island – wir sind sehr begeistert!

So kommt es, dass wir schon um 11:30 Uhr vor Ort sind, umziehen, mit Wasser versorgen und dann loswandern. Das Thermometer zeigt 30° und wir sind froh um jeden Schatten – am Anfang der Wanderung gibt es davon allerdings nicht viel.

The Gap bringt Abkühlung denn der Wind fegt hier ordentlich durch. Schöner, geschützter Platz am Anstieg (u.r.)

Nach erreichen des ‚Gap‘ erst einmal an den Strand – herrliche Brise und keine Menschenseele, obwohl der Parkplatz gut gefüllt war.

Und dann geht’s steil bergauf, zwar mit Geländer gesichert, aber doch zu viel für meine Schwester. Sie gibt nach wenigen Metern Anstieg auf und geht zurück. Ich laufe tapfer alleine weiter, wobei auch mich dieses steile Stück echt fertig macht: das ist einfach nicht meine Wander-Wunsch-Temperatur!

Meine Schwester kehrt um (o.l.), der steile Anstieg ist geschafft (u.l.), Begegnung beim Aufstieg (u.r.) und oben gibt’s manchmal etwas Schatten (o.r.)

An mir vorbei zieht ein junger braungebrannter Südafrikaner, der mich beruhigt, dass die schwierigste Etappe nach wenigen Metern vorbei sein wird. Allerdings sagt er mir auch, dass er immer nur die halbe Strecke wandert – so fit wie er ist, entscheide ich mich schon ebenfalls für die Hälfte.

Je näher ich den Seelöwen komme, desto mehr rieche ich sie (zu deutsch: es stinkt!) und obwohl sie viele Meter unterhalb meiner Route im Wasser dümpeln, bekomme ich ihre Kommunikation deutlich mit.

Ziemlich steil und ziemlich sandig, hier geht’s runter zum Strand mit Bucht auf beiden Seiten; hier mache ich Rast (u.r.).

Endlich bin ich oben, der Untergrund besteht hier nur noch aus Sand, so schwer zu laufen wie am trockenen Sandstrand, echte Plackerei. Den steilen Abhang hinunter und ich habe gefühlt je ein halbes Kilo Sand in den Wanderschuhen.

Mein Rückweg – es ist nicht mehr ganz so warm, ich freue mich aber immer noch über jeden Schatten…

Am Doppelstrand dann erst einmal Pause mit Sandentleerung und im kühlen Wind erfrischen.  Dann geht es auf der anderen Seite der Insel zurück und ich hoffe auf mehr schattige Abschnitte, die es dann auch wirklich gibt. Diese Seite der Insel ist zwar steiler, aber für mich doch viel einfacher zu laufen. Zugegeben man sollte schwindelfrei und trittsicher sein.

Wieder am Gap und nur noch ein kleines Stück zu wandern.

Am Gap angekommen, kann ich meine Schwester nicht entdecken; ein Anruf klärt, dass sie schon zurück zum Parkplatz gegangen ist, wo ich sie nach kurzer Zeit antreffe. Jetzt ist es 14:30 Uhr und Zeit für unser Lunchpaket.

Die wollte wohl gerne mitessen.

Chez Pierre kündigen wir unsere Ankunft für 15:30/16:00 Uhr an und um kurz nach vier stehen wir vor der Tür. Sehr sympathischer Betreiber, entzückende Unterkunft und gute Tipps. Für die Erkundung von Leisure Island stehen Fahrräder zur Verfügung und wir machen uns gleich auf, die Insel zu erkunden.

Alles maritim oder was?! So schön!

Leisure Island hat einen Sicherheitsdienst direkt an der Zufahrt zur Insel, es gibt eine Badestelle in der Lagune, einen Park und viele hübsche Anwesen. Alles sehr klein und nach einer halben Stunde haben wir die Insel komplett umradelt.

Auf unserer Radltour – Blick auf die Lagune (u.r.)

Gut so, denn wir haben einen Tipp für ein Restaurant und sollen davor unbedingt noch den darüber liegenden Aussichtspunkt ansteuern.

Toller Blick auf Leisure Island und die Lagune, im Park der Insel (o.l.&u.r.) und Sonnenuntergang auf der Restaurant-Terrasse (u.l.)

Alles brav erledigt, leckere Pizza gegessen und um 20 Uhr einen Pimm’s im Chez Pierre gezapft. Lecker!

Ein Tag am Meer…

…könnte schöner nicht beginnen: Wir frühstücken auf unserer kuscheligen kleinen Terrasse mit Ausblick aufs Meer und dem Rauschen der Brandung bei Sonnenschein und verspeisen u.a. die letzte superleckere Mango, die wir in Hazyview erstanden haben.

Morgenstimmung und Vögelgezwitscher
Eindrücke aus dem Inneren Garten des B&B

Dann holen wir unsere Wäsche, wobei wir etwas zu früh sind und uns im angrenzenden Drugstore die Wartezeit vertreiben. Nicht ohne auch hier einige Fotos aufzunehmen.

Auf dem Weg zu sauberer Wäsche und im Drugstore

Aber dann: Sonnencreme drauf, Badesachen anziehen, Kleid überwerfen und es geht an den Strand. Wir laufen barfuß – mit vielen Unterbrechungen wegen Muschel- und anderen Fundstücken – etwa 3 km bis zum Muschelmuseum am Dolphin Beach. Dort angekommen sind wir völlig geplättet vom Umfang der Ausstellung, die wirklich alle Muscheln dieser Erde umfasst.

‚Unser‘ Strandzugang (u.r.) und erste Fundstücke
Weitere Fundstücke bis zum Dolphin Beach – leider ohne Sichtung von Delfinen.

Es gibt buchstäblich keine Farbe, Form oder Muster, das Mutter Natur ausgelassen hätte. Hier nur eine kleine Auswahl. In Jeffreys Bay gibt es mit 400! Arten schon eine sehr reichhaltige Auswahl (laut Kassiererin gehört der Ort damit zu den Top Ten weltweit)  und wir dürfen feststellen, dass wir schon viele davon auf unserem Spaziergang gefunden haben.

Sagenhafte Vielfalt…
…und hier nur eine kleine Auswahl der Schönheiten, die wir im Museum gesehen haben.

Zum Mittagessen befragen wir Tante Google und finden eine Bakery & Deli & Restaurant – gute Kombination und so steuern wir das InFOOD an. Was soll ich sagen, es war superlecker, wir bekamen guten Kaffee (mit Hafermilch!) und der Shop war eine Wucht.

Links unten: Ein lebendes Exemplar ist eine ganz besondere Sichtung auf dem Heimweg.

Für unseren Sundowner haben wir uns eine Dose Aranciata gelb und rot mitgenommen.

Lecker!

Morgen früh geht’s dann endgültig auf die Gardenroute und wir sind sehr gespannt auf den Tsitsikamma und die Plettenberg Bay, wo wir eine Tageswanderung in der Robberg Nature Reserve planen, bevor wir dann nach Knysna zu unserer nächsten Unterkunft weiterfahren.

Jeffreys Bay

Eine etwas rumpelige Fahrt – jede Menge Schlaglöcher und Baustellen – aber um 13 Uhr haben wir die knapp 120 km geschafft. Da war zwar ein kleiner Umweg mit dabei, aber drei Stunden sind schon ein Stiefel.

Auf dem Weg nach Jeffreys Bay, Müllkippe (o.l.) und gleich daneben Friedhof (o.r.); Pflanzung vor einer Farm und darunter ein Township

Kurz vor unserer Ankunft trudelt eine WhatsApp unserer Schwester ein und um ein Uhr kann ich mich bei ihr für die Verschiebung der Beerdigung auf den 30.4.24 bedanken. Wir sind sehr erleichtert, dass wir dabei sein werden.

Im Surferparadies Jeffreys Bay haben wir zwei Übernachtungen gebucht und damit genügend Zeit, endlich Mal Wäsche zu waschen. Fussläufig gibt es einen Full Service: Rund 5 kg Wäsche für 210 Rand – das entspricht etwa 10 Euro…Wir erteilen begeistert den Auftrag dafür!

Keine Ahnung, warum es hier im Supermarkt gerade Weihnachtssüssigkeiten gibt?

Die Unterkunft liegt wenige Schritte vom Strand entfernt und nachdem wir auch gleich den Einkauf erledigt und Mittag gegessen haben, geht es ans Meer.

Hier war es heute ziemlich regnerisch, aber gegen Abend klarte es freundlichweise auf. Ein Spaziergang mit zwei Hunden aus der unmittelbaren Nachbarschaft, kaum Menschen  und vielen Fundstücken.

Die Hunde haben uns den gesamten Weg ‚bewacht‘ und immer wieder zum Spielen aufgefordert…

Danach Tee und Spiele. Meine Schwester lernt Dobble kennen (und lieben?). Und im Hintergrund rauscht das Meer – einfach schön. Morgen wird das Wetter auch noch deutlich besser – erwartet werden 29° – und wir freuen uns schon auf einen weiteren Spaziergang – dann geht’s  zum hiesigen Muschelmuseum.

Die heutige Ausbeute meiner Schwester…

Durban – Port Elizabeth und der Addo Elephant Park

Gestern also der kurze Hopser nach Port Elizabeth – Dank Flysafair haben wir die Strecke von rund 700 km ohne ein einziges Schlagloch hinter uns gebracht!

Ankunft in Port Elizabeth

Davor war die von mir spannend erwartete Rückgabe des Mietwagens am Flughafen. Mit dem Ergebnis: Sämtliche SMS seien zu ignorieren – nur im Fall eines Unfalls würden diese Daten herangezogen.

Wir können es kaum glauben, vor allen Dingen, weil ich mich auf der letzten Strecke sklavisch an die Beschränkungen gehalten habe, deren grosse Anzahl vielen Baustellen geschuldet war. Fast die gesamte Wegstrecke haben wir zudem fotodokumentiert, um eine Handhabe gegen die vermeintlichen Strafzettel zu haben.

Und trotzdem kam wieder eine Nachricht über zu schnelles Fahren. Keine Ahnung, was dieser Mist soll – ich hoffe einfach, der Europcar Mitarbeiter hat mir keinen Bären aufgebunden und die ganzen SMS sind den Strom nicht wert, den sie verbraucht haben.

Nochmal zum Thema Schlaglöcher: auf der Autobahn (mautpflichtig), Beschränkung gerade von 80 auf 120 km/h angehoben (ich fuhr brav weiter mit 80)  und just ein Riesenloch, bei dem ich dachte, die Achse könnte glatt brechen.

Autofahrer in Südafrika brauchen auf jeden Fall gute Nerven und gute Augen; Reaktionsschnelligkeit ist ebenfalls von Vorteil.

Schon etwas angefasst erreicht uns dann noch die Nachricht unserer Schwester, der spätest mögliche Termin für die Beerdigung sei der 26.04.24. Wir sind fassungslos und ich vertelefoniere ein kleines Vermögen, um herauszufinden, dass unsere Schwester einfach mal der Meinung ist, sie habe uns mit 14 Tagen Vorlauf genügend Zeit für die Rückkehr eingeräumt. Es sei alles bereits organisiert und es wäre grundsätzlich später nicht möglich – wegen gesetzlicher Bestimmungen und dem Bestatter. WTF?!

Und falls ich mich wage mit dem Bestattungsunternehmen (dessen Name sie mir erst Mal nicht bekannt gibt) eine Verschiebung um vier Tage zu vereinbaren, hätte ich die gesamte Organisation zu übernehmen. Völlig illusorisch von Südafrika aus…

Ach ja, was soll ich sagen? Dass es mich bzw. uns leider nicht wundert ist noch das Netteste, was uns dazu einfällt.

Trotzdem wurmt es uns und mich besonders und so haben wir den Bestatter angefragt, wie gross der Aufwand tatsächlich wäre. Ich werde berichten.

Anmeldung am Südtor, erste Elefantensichtung nach 300 m, Weitblick im NP, Main Gate und für uns Exit

Heute dann aber sehr erfreulich unsere Fahrt durch den Addo Elephant Nationalpark. Um 11 Uhr waren wir am Südeingang und schon nach wenigen Metern stand ein riesiger Elefantenbulle auf der Strasse. Und so ging es Schlag auf Schlag.

Oben: Original, Unten: Fälschung!

Selbst einen Löwen konnten wir auf grosser Distanz im hohen Gras ausmachen. Unser Highlight aber waren eindeutig die Zebras, die sich am Richtungsanzeiger die Flanken und den Hintern wetzten.

Unsere besten Fotos, viele andere Tiere haben wir gesichtet aber nicht fotografiert.

Nach einem kurzen Lunch-Stopp am Main Gate im Norden verlassen wir den Park und fahren die wenigen Kilometer zur Addo Dung Beetle Farm. Cottages in Form der vom Käfer geformten Kugeln – sehr witzig gemacht und ziemlich komfortabel ausgestattet. Wir sitzen auf der kleinen Terrasse,  schauen ins Tal und über die Orangen und Zitrusplantage und sehen ein Gewitter aufziehen. Gut, dass es hier Abendessen zu buchen gab, denn wir sind buchstäblich irgendwo im Nirgendwo.

Unsere „Mistkugel“ist super ausgestattet und hat sehr schöne und durchdachte Details.
Die ‚indoor-Küche‘ und die Outdoor-Variante. Gartengewächse

Morgen fahren wir dann nach Jeffreys Bay – offensichtlich ein Surferparadies.

Howick – The old mushroom Farm

Goodbye Drakensberge – Wetter: Sonne und Wolken im Wechsel und 8° Celsius – da sind wir dann doch ganz froh, in wärmere Gefilde zu fahren. Beim Frühstück haben wir noch einmal Baboon-Besuch von der gesamten Sippe!

Der Boss droht erst Mal vorsorglich in alle Richtungen!
Nach den Schlaglöchern ist vor den Schlaglöchern – jetzt sogar mit Ankündigung! Oben rechts: Eingangstor des NP Drakensberge und letzte Ausblicke.

Nach Howick hat es uns verschlagen, damit die Anreise zum Flughafen Durban morgen schnell zu bewältigen ist. Abreise um 9 Uhr – Flug um 14 Uhr, davor noch tanken und Mietwagen zurückgeben. Das sollte klappen.

Auf meiner Suche nach einer Unterkunft in der Nähe von Pietermaritzburg bin ich im Worldwideweb auf diese ehemalige Champignonfarm gestossen und war sofort angefixt. Hier wollte ich gerne übernachten. Und ja, es hat sich wirklich gelohnt. Ein toller Fleck, behutsam restauriert und von einem Architekten wieder zum Leben erweckt. Aber seht selbst:

Dieses Luxus-Apartment durften wir besichtigen, obwohl nicht von uns gebucht.
Unser kleines Cottage ist stylish und gemütlich.
Im Garten, Ausblick ins Tal sowie auf die ehemaligen  Anzuchthallen und das Café der Anlage (o.r.)
Keine Ahnung, was das mal war, aber ein schöner Fleck, um nach dem Soaziergang kurz zu rasten.
Es gab so viele tolle Ein- und Ausblicke und jede Menge Hunde! Oben rechts der Unterbau des ehemaligen Wasserturms (das Innere ist unten links zu sehen).
Oben links im Garten, rechts sind die ehemaligen Champignon-Zuchthallen zu sehen, in denen es jetzt Shops und ein Restaurant gibt.

Wir sind restlos begeistert vom Konzept.

Der Gemüsegarten hat so ziemlich alles zu bieten, was Gemüse oder Obst heißt und wir dürfen als Gäste gerne ernten! Eine Zitrone liegt vor mir auf dem Tisch…

Unser Cottage Nummer 1 (o.l.) und die Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft, unten sind die ehemaligen Lagerräume zu sehen, die jetzt die Luxus-Apartments beherbergen.

Nachdem wir angekommen sind, flattert auch der schon erwartete Strafzettel – dieses Mal von einem ganz anderen Absender in mein SMS Postfach – einfach unglaublich. Dieses Mal bin ich fast 100 % der Strecke (dank Schlaglöchern und einer Elend langen Baustelle) und speziell auf dem Autobahnabschnitt 20 km/h unter der Höchstgeschwindigkeit geblieben… Das wird morgen bei der Rückgabe des Mietwagens spannend!

Auf dem Weg nach Howick, erst mal viel Baustelle und dann Schulschluss, hier galt selbstverständlich 40 km/h.

Im hiesigen Restaurant essen wir  kurz nach unserer Ankunft zu Mittag, danach gibt’s eine Shopping Tour in den ehemaligen Anzuchthallen und dann sind wir auf einem kurzen Spaziergang.

Abendstimmung hinterm Cottage und Blick aufs Nachbargebäude mit toller Anpflanzung.

Und abends haben wir den kleinen Bollerofen angefeuert.

Morgen dann melde ich mich von Port Elizabeth. Over and out!

Main Caves, Höhlenmalereien und eine Nachricht

Nach einem üppigen Frühstück bin ich alleine zu den Main Caves losgezogen. Meine Schwester hat nach dem Frühstück ausgecheckt und will einen faulen Tag einlegen.

Fotos aus dem Hutted Camp im Nationalpark

Nachdem die Wettervorhersage für den frühen Nachmittag Regen ankündigt, buche ich meine Führung für 11 Uhr; der Weg ist mit 45 Minuten veranschlagt und ich starte um 9:45 Uhr, bin trotz vieler Foto-Stopps um 10:30 Uhr dort und vertreibe mir die Wartezeit mit der Aufnahme von Vogelstimmen, die ich später mit Hilfe der BirdNet App analysieren will.

Fundstücke auf dem Hinweg
Das letzte Stück zur ersten Höhle und Schönheiten am Wegesrand

Mein Guide Syjabonga erklärt mir alle Malereien und zeigt mir jedes Detail. Selbst Fotos schiesst er aus nächster Nähe für mich. So erfahre ich eine ganze Menge über die Entstehung der Malereien vor etwa 5000 Jahren, wen oder was sie zeigen und wie die San gelebt haben. Selbst die kriegerische Auseinandersetzung mit den Besatzern hat ihre Spuren hinterlassen.

Aufnahme vorm Eingang (u.r.) und in der ersten Höhle – ich lerne, wie die San gejagt, gefeiert und gemalt haben.

Mitten in seinen interessanten Erklärungen, während ich fotografiere, klingelt mein Telefon. Meine jüngere Schwester versucht, mich zu erreichen. Und augenblicklich ist mir klar, was das bedeutet: Unser Vater ist verstorben. Ich rufe sie zurück und sie berichtet mir von seinen letzten Stunden auf dieser Welt. In Dankbarkeit schreibe ich diese Zeilen; dankbar, dass zumindest der letzte Abschnitt seines Leidenswegs offensichtlich kurz war. 91 Jahre, davon 21 Jahre ohne seine geliebte Frau, unsere Mutter. Zum 2. Mal verheiratet von 2009 bis zur Scheidung(!) 2023. Ein ereignisreiches Leben ist zu Ende.

Schon als wir starteten war uns klar, dass diese Möglichkeit besteht – und wir waren und sind uns einig, dass wir unseren Urlaub trotzdem fortsetzen. Unsere jüngere Schwester habe ich gebeten, mit der Beerdigung bis zu unserer Rückkehr am 1. Mai zu warten.

Es paßt gut, dass der Himmel auf dem Rückweg seine Pforten öffnet und ich nass bis auf die Haut bin, bis ich in unserer Hütte ankomme und die Nachricht meiner Schwester Sandra überbringe.

Mein empathischer Guide Syjabonga (o.l.); meine Rückkehr (o.r.). Am Nachmittag am Fluss.

Wir reden immer wieder von ihm, unserer Kindheit, den Dingen, die uns mit ihm verbinden.

Und trotzdem sind wir im hier und jetzt; nachdem es wieder aufklart unternehmen eine Wanderung entlang des Flusses, sehen Fliegenfischern zu, entdecken kleine Schönheiten am Wegesrand immer begleitet vom Rauschen des Wassers und fühlen den Frieden dieses Ortes.

Alles Winzlinge – hübsch und besonders.