Main Caves, Höhlenmalereien und eine Nachricht

Nach einem üppigen Frühstück bin ich alleine zu den Main Caves losgezogen. Meine Schwester hat nach dem Frühstück ausgecheckt und will einen faulen Tag einlegen.

Fotos aus dem Hutted Camp im Nationalpark

Nachdem die Wettervorhersage für den frühen Nachmittag Regen ankündigt, buche ich meine Führung für 11 Uhr; der Weg ist mit 45 Minuten veranschlagt und ich starte um 9:45 Uhr, bin trotz vieler Foto-Stopps um 10:30 Uhr dort und vertreibe mir die Wartezeit mit der Aufnahme von Vogelstimmen, die ich später mit Hilfe der BirdNet App analysieren will.

Fundstücke auf dem Hinweg
Das letzte Stück zur ersten Höhle und Schönheiten am Wegesrand

Mein Guide Syjabonga erklärt mir alle Malereien und zeigt mir jedes Detail. Selbst Fotos schiesst er aus nächster Nähe für mich. So erfahre ich eine ganze Menge über die Entstehung der Malereien vor etwa 5000 Jahren, wen oder was sie zeigen und wie die San gelebt haben. Selbst die kriegerische Auseinandersetzung mit den Besatzern hat ihre Spuren hinterlassen.

Aufnahme vorm Eingang (u.r.) und in der ersten Höhle – ich lerne, wie die San gejagt, gefeiert und gemalt haben.

Mitten in seinen interessanten Erklärungen, während ich fotografiere, klingelt mein Telefon. Meine jüngere Schwester versucht, mich zu erreichen. Und augenblicklich ist mir klar, was das bedeutet: Unser Vater ist verstorben. Ich rufe sie zurück und sie berichtet mir von seinen letzten Stunden auf dieser Welt. In Dankbarkeit schreibe ich diese Zeilen; dankbar, dass zumindest der letzte Abschnitt seines Leidenswegs offensichtlich kurz war. 91 Jahre, davon 21 Jahre ohne seine geliebte Frau, unsere Mutter. Zum 2. Mal verheiratet von 2009 bis zur Scheidung(!) 2023. Ein ereignisreiches Leben ist zu Ende.

Schon als wir starteten war uns klar, dass diese Möglichkeit besteht – und wir waren und sind uns einig, dass wir unseren Urlaub trotzdem fortsetzen. Unsere jüngere Schwester habe ich gebeten, mit der Beerdigung bis zu unserer Rückkehr am 1. Mai zu warten.

Es paßt gut, dass der Himmel auf dem Rückweg seine Pforten öffnet und ich nass bis auf die Haut bin, bis ich in unserer Hütte ankomme und die Nachricht meiner Schwester Sandra überbringe.

Mein empathischer Guide Syjabonga (o.l.); meine Rückkehr (o.r.). Am Nachmittag am Fluss.

Wir reden immer wieder von ihm, unserer Kindheit, den Dingen, die uns mit ihm verbinden.

Und trotzdem sind wir im hier und jetzt; nachdem es wieder aufklart unternehmen eine Wanderung entlang des Flusses, sehen Fliegenfischern zu, entdecken kleine Schönheiten am Wegesrand immer begleitet vom Rauschen des Wassers und fühlen den Frieden dieses Ortes.

Alles Winzlinge – hübsch und besonders.

Giant’s Castle und die Drakensberge

Dass dies eine schöne Etappe werden würde war schon aufgrund der Schwärmerei meiner lieben Freundin Barbara klar. Und auch die Gastgeberin der letzten Unterkunft war überzeugt, dass dieses Stückchen Erde uns sicher gefallen wird.

Letzte Impressionen vom Aberdeen House bzw. Garten mit Orangenbaum (o.r.) und Zitronenbaum (u.r.)
Living room mit Fundstück und nochmal das süsse kleine Karnickel

Schon der Weg war abenteuerlich – dieses Mal gab es nicht nur den obligatorischen Strafzettel, sondern neben besonders vielen Schlaglöchern auch eine Flussdurchfahrt. Das ganze bei strahlendem Sonnenschein – bei Abreise am frühen Morgen in Newcastle schon 20 Grad, in Giant’s Castle bei der Ankunft am frühen Nachmittag dann nur noch 18. Hier tragen alle selbstverständlich Jacken und Mützen!

Schulschluss (u.l.), der ‚Kleine‘ hat mich aufgrund meiner überforderten Fahrweise überholt (u.r.)
Tolle Ausblicke auf Natur und Menschen – selten mit Fahrrad. Besondere Herausforderung heute: Finde die Schlaglöcher im Flussbett/Strasse und umfahre sie – schön, wenn man da einen Vordermann hat!
Giant’s Hut Camp – unsere Unterkunft im Nationalpark (o.l.) – ‚Begrüßung‘ durch die Baboons bei der Einfahrt, Tankstelle am Gate (u.r.)

Unsere Versorgung heute: Supermarkt-Pie, der sehr lecker war und den wir dann bei Ankunft verspeist haben, bevor wir gegen 15:30 Uhr zu einer ‚kleinen Wanderung‘ aufgebrochen sind (5 km Rundweg). Sollte bis Einbruch der Dunkelheit zu schaffen sein – allerdings nur, wenn man den Weg auch wirklich findet.

Trotz allem eine schöne Wanderung mit sagenhaftem Weitblick und schönen Wildblumen.

An einer Stelle eventuell falsch abgebogen, haben wir uns um 17:00 Uhr für die Umkehr entschlossen und kamen in der Dämmerung zur Hütte zurück. Die Nerven lagen zwischendurch mehrfach blank, vor allen Dingen bei meiner Schwester, deren Höhenangst bereits nach 30 Minuten stramm bergauf fast zum Abbruch der Wanderung geführt hat. Tapfer hat sie die schwierige Stelle gemeistert, war dann aber not amused, als sich der Weg nicht so einfach finden ließ.

Auf dem Rückweg ein sehr schöner Sonnenuntergang.

Wirklich beruhigt war sie erst, als sich meine Einschätzung für die Dauer des Rückwegs als zutreffend erwies. Die Stöcke waren absolut hilfreich bei dieser Wanderung, denn der lehmige Boden war zum Teil rutschig wie Schmierseife.

In der Hütte angekommen gab es erst Mal eine frische Mango und Tee für die Wanderer. Und dann nur noch Füsse hoch.

Fahr’n fahr’n fahr’n auf der Landstrasse

Das ist wirklich ein ganz eigenes Kapitel: der Mietwagen, die Radarfallen und ich. Sagen wir es mal so, die Beziehung ist intensiver, als ich mir das wünsche.

Inzwischen existieren 8!! ja- acht – Geschwindigkeitsüberschreitungen, die die Mietwagenfirma per SMS an mich gemeldet hat. Die letzten beiden von heute, wo ich mir doch felsenfest versprochen hatte, ganz besonders aufmerksam zu fahren und KEINEN Strafzettel zu bekommen.

Wer mich kennt weiss, dass ich alles, aber keine Raserin bin. Nachdem ich heute deutlich unterhalb der Beschränkungen gefahren bin (sehr zum Missfallen der Südafrikaner) bin ich davon überzeugt,  dass da was nicht stimmen kann.  Auf jeden Fall werde ich mir die Fotos zeigen lassen und erst dann zahlen, wenn der Nachweis wirklich mich in diesem Mietwagen zeigt. Teufel aber auch – das NERVT!!

Abschied von Hazyview mit Sonnenschein

Unsere längste Fahrt auf dieser Reise führte uns heute von Hazyview nach Newcastle – 420 km und 5 1/2 Stunden. Deshalb starten wir früh und sitzen bereits um 8:45 Uhr im Auto. Das Wetter ist gut, nach dem vielen Regen kommt endlich die Sonne auf Stippvisite.

Nach dem Regen ist vor dem Regen! Für Busfahrgäste gibt’s ein trockenes Fleckchen (o.r), typischer Verkaufsstand am Straßenrand (u.r.)

Auf dem Weg wird uns so ziemlich jedes Wetter begegnen; beim Tanken beginnt es aus Eimern zu schütten. Davor haben wir einen wilden Himmel mit tief in den Tälern hängenden Wolken und danach wieder Sonnenschein mit irrem Weitblick. Die meisten der heutigen Fotos sind aus dem Wagen heraus aufgenommen.

Mall mit Kinderspielplatz und freiem WiFi sowie Ladestationen für Handys

Mittagspause war dann in einem superneuen Einkaufszentrum, danach noch kurz in den Süßigkeiten-Himmel oder Albtraum – je nach Gusto. Es gab jedenfalls ALLES an Süssigkeiten, was man sich vorstellen kann.

Zucker Overkill!
Was so unseren Weg kreuzte…von der Kuh bis zum Kälbchen, wilde Verkehrsregelung vor einer grossen Straßenbaustelle (o.r.) und Kochen am Straßenrand (u.l.)

Aber weiter geht’s, die Hälfte liegt noch vor uns. (Erster Strafzettel ist aber schon da🤦‍♀️)

Das Wetter wird immer besser und die Sicht auch. Um 17:30 Uhr landen wir im Aberdeen House und da wir so viel auf dem Hintern saßen,  unternehmen wir wenigstens einen kleinen Spaziergang rund um den Uranus Crescent.

Aberdeen House mit Haustier und schönem Vorgarten
Abendstimmung beim Spaziergang in der Nachbarschaft – Boutique Hotel (o.l.)

So morgen fährt der kleine Verkehrsrowdy Cora nochmal 230 km bis zum Giant’s Castle National Park – ich werde über das Ergebnis informieren.

Haltet mir die Daumen!

Regenwetter nonstop bei 20°

Es regnet den ganzen gestrigen Samstag ununterbrochen – trotzdem erreicht das Thermometer fast 20 Grad. Für die Menschen hier grundsätzlich kalt genug, um die Daunenjacke anzuziehen… uns ist zwar nicht kalt, aber bei diesem Wetter hält sich die Lust auf einen Ausflug in Grenzen.

Start in den Regentag mit englischem Frühstück, Fotos aus der Hotelanlage

So beschliessen wir einen faulen Tag zu machen, kleinen Spaziergang in der Regenpause inklusive und zu lesen. Zum Abendessen gehen wir dann aber doch und ich probiere das heimische Bier: Lecker!

So lässt sich das Wetter ertragen, lekker Getränk und lekker Blümchen.

Irgendwie verlor ich gestern tatsächlich die Lust, einen Eintrag zu schreiben und so gibt es heute einen kleinen Rückblick auf beide Tage bzw. noch einen Nachtrag zur Safari, denn wir haben ziemlich viele Vögel gesehen, die hier nicht unerwähnt bleiben sollen, weil echte Schönheiten darunter sind:

Die haben wir gesehen (im Uhrzeigersinn) Perlhuhn, Glanzstar, Witwenstelze und Hornrabe
Senegaltaube, Hagedasch-Ibis und Gelbschnabeltoko waren alles Sichtungen im NP.
Diese hübschen Kleinen haben wir nur gehört: Gradschwanzdrongo, kleiner Honiganzeiger, Graubülbül und Halmsänger
Bei der Identifikation war meine VogelApp wieder superbrauchbar, den African Paradise Fly Catcher haben wir dank Fernglas auch gesehen.

Nachdem wir entschieden sind, nicht noch einmal in den Krüger zu fahren, haben wir uns für den Besuch einer Reptilienfarm entschieden.

Es gab ziemlich viele Schlangen zu sehen, einige Echsen, Krokodile, Frösche und Spinnen. Hier eine kleine aber feine Auswahl.

Giftig, aber nicht die tödlichsten Bewohner auf der Farm!

Dank eines Vortrags von Morris wissen wir jetzt eine ganze Menge zum Thema Giftschlangen und wo sie in Südafrika zu finden sind. Das war wirklich ziemlich informativ, wir hoffen aber, dieses Wissen nicht zu benötigen.

Botanisch war es in Perrys Reptile Park auch interessant.

Danach haben wir eine Shoppingtour in der ziemlich neuen Mall (besser gesagt zwei neuen Shopping Malls, die per Fussgängerbrücke miteinander verbunden sind) gemacht. Hier mal einige Eindrücke.

Crazy Plastics hatte viel Plastik, aber auch Süßigkeiten und alles für den Grill. So auch Woolworth (linke Seite).

Besonders gut gefallen hat uns der Woolworth Foods – tolles Auswahl, erstaunliches Convenience Angebot und da haben wir dann gleich mal bei den Mangos zugeschlagen. Der Rest war so lala und hat nicht wirklich viel Zeit in Anspruch genommen.  Beim Rundgang sind wir in beiden Malls auf Werttransporte gestossen.

Etwas Schnappatmung bekam meine Schwester Sandra bei den martialisch gekleideten und bewaffneten Bewachern der Geldtransporter – davon gibt’s aber kein Foto. Nur so viel: Das ist nochmal eine ganz andere Nummer als in Deutschland – keine Pistole, sondern eine halbautomatische Waffe. Wirklich wohl gefühlt habe auch ich mich nicht…

Tolle Bäume begeistern uns dagegen immer!

Der Krüger – ein (Lebens)Traum

Heute war es soweit: Pünktlich um 5:30 Uhr holt uns unser Guide Bernard im Hotel ab und wir starten Richtung Numbi Gate, wo wir um kurz vor Sonnenaufgang die Grenze zum Krüger passieren.

Nur für uns!

Es hat 18 Grad und ist trocken, beste Voraussetzungen für die Tour. Der Tourenanbieter hatte uns informiert, dass es in dem offenen Jeep empfindlich kühl werden kann und wir sind wirklich froh über alle Zwiebelschichten. Wir zwei sind die einzigen Teilnehmer der Safari – finden wir richtig gut!

Kaum liegt das Einfahrtstor hinter uns, werden die ersten Tiere gesichtet: Eine Hyänenmama mit ihren Babys – die größeren der Kleinen wollen offenbar etwas erleben und kreuzen unseren Weg. Mama bleibt wo sie ist und wartet, dass die lieben Kleinen zur Vernunft kommen. Herzig, auch wenn Hyänen nicht gerade Sympathieträger sind.

Teen (r.) mit Mama, die etwa halb so kleinen Geschwister sind im hohen Gras nicht zu sehen.

Und dann geht es Schlag auf Schlag – nicht nur einmal, sondern mehrfach sehen wir Giraffen, Elefanten, Zebras und vor allen Dingen Impalas.

Unten rechts: So sieht es aus, wenn das Nashorn ganz nah die Straßenseite wechselt…
Impalas, Elefanten, Giraffen und Zebras haben wir am meisten gesichtet. Oben Camp im Krüger mit tollen alten Bäumen.

So macht Safari Spaß! Bernard hat ein geschultes Auge, scannt unablässig die Umgebung und deswegen können wir wahnsinnig viele Tiere sehen, selbst ein grasendes Nilpferd sowie einen Geparden auf seinem Ruheplatz im Baum.

Bei den beiden Pippi-Stopps schauen wir uns natürlich auch im Souvenirshop um. Die echte Show dort sind aber die Affen, die mit einer Dreistigkeit Lebensmittel von Tischen klauen, die uns sprachlos macht und gleichzeitig zum Lachen bringt.

Flinke Finger: Die Affen werden nicht gefüttert,  sondern ‚versorgen‘ sich selbst.
Unten links: Impala mit Vogel – das ist ein Rotschnabelmadenhacker. Oben und unten rechts: Grünmeerkatze in Aktion

Glücklich und zufrieden und völlig übermüdet erreichen wir unser Hotel gegen 15:30 Uhr. Wir brauchen nur noch ein frühes Abendessen und unser Bett!

Nein, noch nicht ganz, Blog schreiben fehlt noch. Gestern angekündigt kommen hier noch die Fotos aus dem schönen parkähnlichen Garten unserer derzeitigen Unterkunft.

Die Schilder stehen nicht wegen dem schwimmenden Exemplar in der Mitte links – bitte oben rechts vor der Brücke nachsehen…
Die Bar und unsere Cocktails am ersten Abend.

Wir haben es hier hübsch und sicher: Wieder ist die gesamte Anlage gesichert mit Zaun und Wachschutz. Dank der Weitläufigkeit der Anlage ist das nicht so auffällig wie in der ersten Unterkunft.

Graskop Gorge Lift und der Blyde Canyon

Morgenstimmung

Frühstück auf dem Balkon, das war der Plan gestern Abend. Die Nacht hatte es stark geregnet und der Morgen war mit 17 Grad vergleichsweise kühl. Also doch lieber drinnen mit Malarone Nr. 2, dann kurz den Golfern zuschauen, Koffer packen, von Linda, unserer Gastgeberin, verabschieden und los Richtung Graskop.

Mitte und rechts: Lindas Garten – unten: typische Strassenszene

Nachdem wir am Vortag bereits in direkter Nachbarschaft zum Mittagessen waren, steuern wir nun den Graskop Gorge Lift an. Ein kleines Abenteuer für Angsthasen wie mich, Lift zur Talsohle der Schlucht, einem Ausläufer des Blyde River Canyon. Ein grosses Abenteuer für Mutige: Slackline oder Swingline.

Die Angsthasen-Version
Und hier ein mutiger junger Mann

Tatsächlich fahre ich alleine mit dem Aufzug, denn für Sandra funktioniert das nicht. Dort unten gibt es neben vielen gut befestigten Wegen auch einige Hängebrücken und das passt leider so gar nicht für Menschen mit Höhenangst. So fotografiere ich mich den ganzen Weg durch diesen Dschungel, der neben sensationellen Anblicken auch tolle Erklärungen der Fauna und Flora bietet.

Nach einer guten halben Stunde bin ich wieder ‚aufgetaucht‘ und wir stärken uns im Café, bevor wir eine Tour durch die diversen Shops und rund um die Schlucht (Sandra) und über die Hängebrücke (ich) auf die andere Seite laufen.

Mutige junge Damen auf der anderen Seite der Schlucht, bereit für den Rückweg…

Abschließend kommen wir noch einem hübschen Vogel nahe, den wir dank Analyse seiner Stimme jetzt auch mit Namen begegnen können: Cape white eye.

Dieser winzige Vogel sieht in Natura noch hübscher und grüner aus.
Da isser!

Dann starten wir endgültig Richtung Hazyview und Krüger. In der Unterkunft angekommen, werden wir neben dem überaus freundlichen Personal vom Himmel mit einer massiven Dusche empfangen: Ein ordentliches Gewitter mit Blitz und Donner entlädt sich. Vorm Abendessen gelingt uns ein Garten-Rundgang. Die Fotos davon folgen morgen. Nur schon mal ein Teaser…

Unser Ausblick vom Balkon

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage sieht ähnlich aus, einzig morgen scheint der Himmel Pause zu machen. Daher versuche ich, kurzfristig noch eine Safari zu buchen. Und es klappt! Morgen 5:30 Uhr ist Abfahrt.

Jetzt also husch, husch ins Bettchen. See you.

Graskop – God’s Window & Wonder View, Lisbon Falls und Pilgrim’s Rest

Eigentlich wollten wir ohne Frühstück losfahren und in Graskop, der ersten Station, ein nettes Café suchen. Dann haben wir uns aber den Malaria-Zettel durchgelesen und festgestellt, dass wir besser eine Kleinigkeit essen, um die Tablette besser zu vertragen. Also gab es Banane und Schokolade samt Keksen und Tee zum Frühstück. Eine Stunde nach der Einnahme (keine nennenswerten Nebenwirkungen) sind wir dann wirklich los.

Dankenswerter Weise lagen die ersten drei Ziele wie an einer Perlenschnur aufgereiht nördlich von Sabie.

Vorher wollten wir aber noch tanken und ich sehr gerne Pfefferspray kaufen. Die drei Adressen im Ort, die das eventuell führen sollten, hatten nix im Angebot. Aber das tanken hat geklappt und mich in meine Kindheit zurückversetzt, als es Tankwarte gab, die einfach mal direkt die Scheibe geputzt und Öl und Wasser kontrolliert haben! Mal abgesehen davon bekam ich auch noch einige Details des Autos gezeigt (Öffnen/Schliessen der Heckklappe / Öffnen der Tankklappe).

Strassenszenen in Sabie und Klein Sabie und Tankstopp

Das war tatsächlich deutlich mehr als die Mietwagenfirma erklärt hat. Betankt hat uns im Übrigen ein weiblicher Tankwart.

Vor Graskop halten wir an den MacMac Falls, laufen zum Aussichtspunkt und stellen fest, dass die Sonne ziemlich brennt.

So ein toller Himmel –  Sonne und Wolken im Wechsel blieben uns den ganzen Tag erhalten.

Und dann ging es also los zum späten Frühstück/frühen Mittagessen nach Graskop,  zum Restaurant eines Resorts mit fantastischem Ausblick. Und lecker war’s auch. Die absolut gelungene Überraschung aber war Samantha, auf die uns unsere Bedienung vorm Gehen hinwies.

Einfach unbeschreiblich, als die Besitzerin des Ladens die Story von Samantha dem Chamäleon erzählte: gerettet aus dem Pool wohnt sie seit etwa 1 1/2 Jahren im Restaurant – meist unscheinbar in grosser Höhe, bis auf die Fütterungszeiten. Das durften wir dann auch noch live verfolgen und waren restlos begeistert von diesem winzigen Reptil.

Samantha auf meinem Daumen und ihrem Zuhause!

Pappesatt sind wir Richtung God’s Window gestartet. Erster Stopp ist The Pinnacle Rock, wieder ein kurzer Wanderweg zu den verschiedenen Aussichtspunkten, etwas kaltes Wasser aufs Haupt und weiter gehts.

Pinnacle Rock und ein kleiner Wasserfall, an dessen oberem Ende ich etwas Wasser tanke.

God’s Window: Nach einem kurzen Fussmarsch in feuchter Umgebung (da kam wirklich das Gefühl auf, im Regenwald zu sein) erreichen wir die diversen Aussichtspunkte mit tollen Blicken über die Ebene Richtung Osten.

Auf dem Weg nach Wonder View und am Ziel mit einem sagenhaften Weitblick.

Völlig verrückt wird es dann am Endpunkt Wonder View. Hier rasten wir kurz und kommen ins Gespräch mit einem Mann aus Thüringen/Grenzgebiet zu Hessen, der uns wegen unseres Dialekts anspricht. Seit 25 Jahren in Namibia, verheiratet mit einer Südafrikanerin, jetzt mit Frau und Kind auf Urlaub in SA.

Der Thüringer Mann schaut Richtung Krüger…

Bevor es zurück nach Graskop geht, stehen noch die Lisbon Falls auf dem Programm, auch schön und schnell gesehen, denn hier liegt der Parkplatz direkt an den Fällen.

Und ein paar Blümchen mussten auch fotografiert werden.

Über Graskop steuern wir die letzte Station Pilgrim’s Rest an und landen erst mal in einer Art Township. Komisches Gefühl!

Dann aber zurück auf die Hauptstrasse und in den historischen Upper Part mit Gebäuden, wie aus der Zeit gefallen.

Der komplette Ort sieht aus wie eine Filmkulisse

Als erstes sehen wir ziemlich viele Affen, die klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Leider schließt das Café gerade, wir bekommen aber zumindest noch etwas zum Take-away.

Mitte rechts ist das Café zu sehen, unten rechts die E-Ladesäule

Die historische anmutende, aber äusserst moderne Tankstelle ist zum Glück geöffnet,  denn ich bin in ein ziemlich heftiges Schlagloch gefahren und habe etwas Sorge, was den Reifen vorne links angeht. Der Fachmann befindet aber, dass nix passiert ist und so treten wir den Rückweg beruhigt an.

Einkaufen im Spar in Sabie, Abendbrot auf dem Balkon und dann Blog schreiben. Der Tag war lang, aufregend und ziemlich warm (24 Grad) und ich sage Gute Nacht!

Abendstimmung – Blick vom Balkon

Morgen geht’s zum Krüger Nationalpark!

Holpriger Start

Nach dem gestrigen doch sehr holprigen Start, sind wir heute mit einem superleckeren Frühstück sehr entspannt in den zweiten Tag unseres Abenteuers gestartet.

Oben links: Blütenwunder auf dem Weg nach Norden und rechts: so sieht es nördlich aus. Fotos unten: Absicherung der ersten Unterkunft, und ich beim Pflanzen-Fotoshooting…

Entspannt auch deshalb, weil wir uns im ‚Hochsicherheitstrakt‘ befinden. Das ist hier leider auch eine Wahrheit, der man sich am ersten Tag stellen muss: Fast ausschließlich sind die Unterkünfte mit hohen (Elektro)Zäunen gesichert.

Unser Blick vom Frühstückstisch!
Dieser Garten sieht im Morgensonnenlicht noch bezaubernder aus als gestern Abend.

Nochmaliger Rundgang auf dem Gelände und wir entdecken wieder so viele schöne Ecken – meine Bilderflut versuche ich für den Beitrag zu kanalisieren. Wir können einen Besuch in Pierneefs Kraal nur wärmstens empfehlen,  denn auch die Küche war sensationell.

Check-out und los geht’s Richtung Blythe Canyon – unsere nächste Unterkunft liegt rund 130 km südlich davon. Die Route mit 340 km führt uns von Pretoria aus nach Norden, erst durch Grasland und dann immer weiter Richtung Berge. Auf dem Weg sehen wir auch das erste Mal landwirtschaftlich genutzte Flächen – meist Zitronenplantagen. Es ist trocken, teilweise bewölkt bei 23 Grad.

In Sabie angekommen beziehen wir unser Domizil Lew’s View – für zwei Nächte sind wir hier untergebracht bei den Liebhabern der südafrikanischen Fauna.

Viel Platz für uns zwei und eine sagenhafte Aussicht über den Golfplatz und auf die Berge.
Auf dem Balkon mit Tee – besser wird’s heute nicht mehr!

Unseren zweiten Südafrika-Tag beschliessen wir mit einem Abendessen in Sabie Town (unspektakulär) und einem Besuch des hiesigen Spar-Supermarkt; es macht mir immer besonders viel Freude, das Angebot an Lebensmitteln zu vergleichen. Abgesehen von den deutlich geringeren Lebenshaltungskosten, ‚belohnen‘ wir nach dem Einkauf von Tee und Schokolade auch das erste Mal einen selbsternannten Parkplatzwächter.

Die schönsten Abteilungen…englisch anmutend.

See you tomorrow!

Am Frankfurter Flughafen ist immer viel los…

… so auch heute! Aber wir sind gut vorbereitet, starten in aller Seelenruhe und stehen pünktlich zum Boarding auf der Matte.

Nagelneuer Condorflieger und wir im gemütlichen Übernachtungs-Outfit

11 Stunden später landen wir überpünktlich nach einem insgesamt sehr ruhigen Flug in Johannesburg. Auch die Koffer sind schnell eingefangen, zur Mietwagenfirma geleitet uns ein Guide für ein kleines Trinkgeld. Auch die Formalitäten der Anmietung sind rasch erledigt – einzig der zu kaufende Datenpass und damit der Zugriff auf Google Maps gelingt nicht.

So starten wir ohne echte Orientierung nach Pretoria – es gibt ja auch noch Verkehrsschilder. In Pretoria folgt dann leider nicht der erhoffte Hinweis auf den Botanischen Garten, in dessen Nähe unsere Unterkunft liegt.

Also erst mal ein wildes Rumgekurve in der Innenstadt, die Nachfrage in einer Tankstelle (eigentlich mit der Hoffnung eine Straßenkarte von Pretoria zu finden), dann aber dem netten Hinweis eines Handwerkers, dass wir schon auf dem richtigen Weg sind. Und ja, wir haben ihn gefunden und er war wirklich sehr schön!

Nach einem kurzen Spaziergang gab’s erst Mal einen Tee und viele weitere, teils schon ziemlich verzweifelte Versuche, das WiFi des Cafés zur Buchung des Datenpasses zu nutzen…

Mit Hilfestellung aus Deutschland (Danke Kathleen!) und einiger Flucherei hat die Anmeldung geklappt und endlich sind wir nicht mehr im Blindflug unterwegs!

Oh wie schön ist das, wenn man sich auf die Technik verlassen kann – entspannt sind wir nach dem Garten zur Unterkunft gefahren und haben diesen schönen Flecken intensiv angeschaut. Das Gelände ist ziemlich gross und war einmal das Zuhause eines sehr bekannten südafrikanischen Impressionisten.

Hier einige Eindrücke von den Gästehäusern und dem Garten – alles schön eingezäunt und mit Wachschutz.

Oben links unser Zimmer, Gartenimpressionen und Gartenkunst

Nach einer schönen Dusche fahren wir ins nahegelegene Einkaufszentrum zum wirklich erstaunlich guten veganen! Essen und dem Einkauf vergessener Technik (Ladekabel!). Damit beenden wir unseren ersten Tag Südafrika, mit Sonne satt und 25 Grad Celsius.

So geht’s!

Meine Lieben, es geht wieder los!

Ein neues Abenteuer startet von Berlin über Frankfurt nach Südafrika und dort in Johannesburg. Ich darf 4 Wochen in diesem laut Freunden und Bekannten sensationell schönen Land verbringen. Eine große Reise und das erste Mal zusammen mit meiner Schwester Sandra. Ihr großer Traum, Tiere im Krüger Nationalpark in Natura zu sehen, wird wahr. Und ich freue mich, dabei zu sein!

Nicht verschweigen will ich, dass auch einige Zweifel im Gepäck sind: Apartheid, die trotz Abschaffung wohl immer noch erheblich nachwirkt, Kriminalität, die sich aber wohl auf Gebiete bezieht, die wir -hoffentlich- nicht bereisen. Und Krankheiten sind auch am Start. Dafür sind wir aber dank guter Prophylaxe gerüstet.

Jetzt gilt es also noch letzte Dinge zu regeln, morgen Abend sitzen wir dann im Flugzeug.

Bereit, in dieses neue Abenteuer zu starten?

Eindeutig YES!!!