Bright Angel Trail

Dieses Mal sind wir vorbereitet. Schon kurz nach 7 Uhr laufen wir zum Tovar Hotel und sind siegesgewiss, dort zu frühstücken: Wartezeit 1 Stunde – nicht für uns!

Zurück zu unserem Hotel, wo das Restaurant Harveys um 8 Uhr öffnet, stellen wir uns geduldig ab 7:40 in die Schlange.

Vorher hatte ich noch genügend Zeit, im Shop einen Wanderstock auszusuchen, denn unsere Zusammenbauversuche am Vorabend waren nur teilweise erfolgreich. Einer meiner Stöcke scheint wirklich komplett kaputt zu sein.

Die Bright Angel Lodge von innen, unser Wartepunkt für’s Frühstück hatte schon etwas surreales.

Nach einem opulenten Frühstück starten wir um kurz vor 10 Uhr zu unserer Wanderung. Der Einstieg zum Bright Angel Trail ist nur wenige Schritte von uns entfernt,  vorbei am Lookout Studio und dem Zuhause der Kolb-Brüder, Pioniere in Sachen Fotografie und Film im Grand Canyon.

Unser Start: Wir sind gut eingepackt. Oben rechts das Lookout Studio.

Gebaut wurde unser Hotel, die Phantom Ranch am Grund des Canyons sowie das Lookout Studio (u.a.) von einer Architekten, die als stilbildend für diese Art von Bauten gilt: Mary Colter. Zuerst Innenarchitektin, hat sie das komplette Interior Design bis hin zum Geschirr des Tovar Hotels entwickelt.

Ein erstes Foto – wir gut eingepackt, zu Beginn zumindest ich sogar mit Handschuhen. Die Nachttemperatur war -10 Grad, aber am Tag soll das Thermometer auf 10/11 Grad Celsius klettern; der Himmel ist wolkenlos und die Sonne hat schon jetzt ordentlich Kraft.

Mittig ist gut zu sehen, wie kalt die Nacht war; rechts unten der 1.5 Meilen Rastplatz.

Der Weg ist in einem sehr guten Zustand, teilweise komfortabel breit und schon nach wenigen Metern kommen wir durch ein wunderschönes Felsentor. Unser Ziel haben wir immer im Blick: Der Indian Garden ist deutlich an seiner intensiven Vegetation zu erkennen.

Der Indian Garden in der rechten Bildhälfte unten.

Nach 1,5 Meilen und einer Stunde mit vielen Fotopausen erreichen wir den ersten Rastplatz. Pippi-Pause, Fotos und weiter geht’s.

Begegnung der beiden Reitergruppen, wir warten seitlich, bis sie aneinander vorbei sind.

Nochmals eine Stunde später der 3 Meilen Rastplatz. Davor eine Begegnung mit gleich zwei Muli-Truppen. Eine bringt offensichtlich Verpflegung und Gepäck zur Phantom Ranch und ein bisschen wehmütig schaue ich da schon drauf. Die andere Reitergruppe hat den Aufstieg per Muli gewählt. Schon toll, wie sich die beiden Gruppen aneinander vorbeimanövrieren.

Ernste Warnung sich nicht zu überschätzen – der Rückweg wird deutlich anstrengender und warm ist es jetzt auch…

Inzwischen hat sich die Luft deutlich erwärmt, die Winde vom oberen Rand sind hier unten nicht zu spüren und ich befreie mich von meiner langen Unterhose. Eine unserer Jacken tragen wir schon eine Weile im Rucksack, die zweite wird jetzt umgebunden.

Immer wärmer und immer mehr Blühendes am Wegesrand.

Nach insgesamt drei Stunden und vielen Blümchenfotos kommen wir im Indian Garden an. Barbara hat sich bei einem Foto besonders ins Zeug gelegt – im wahrsten Wortsinn, denn sie ist mit einem Kaktus kollidiert und der hat sich auf seine Art gerächt. Es dauert eine ganze Weile, ehe wir die Stacheln aus den verschiedenen Stoffschichten, dem Rucksack und vor allem auch aus Popo und Rücken entfernt haben.  Und das Ganze dann auch noch für ein unscharfes Bild, das direkt gelöscht wurde!

Und noch mehr Blümchen – das „Pikse-Bild“ ist aber nicht dabei!
Die Oase Indian Garden nach 4.5 Meilen, solch mächtige Bäume haben wir nicht erwartet.

Im Indian Garden rasten wir im Halbschatten, essen unsere Ration Zucker in Form von Teilchen und Müsli-Riegeln, füllen die Wasserflaschen und leeren die Blasen: Aufstieg… Wir rechnen mit einer Gehzeit von etwa sechs Stunden und daher fällt die Entscheidung gegen das Plateau, von dem aus wir den Colorado River hätten sehen können. Die rund zwei zusätzlichen Stunden hätten bedeutet, dass wir nach Sonnenuntergang oben ankommen und das wollen wir beide nicht riskieren.

Also Aufstieg, mit deutlich weniger Foto- dafür aber mehr Trinkpausen. Es wird uns ordentlich warm und wir sind froh über Schattenplätze.

Auf dem Weg nach oben bekommen wir noch etwas besonders Schönes zu sehen: Rehe.

Das Jüngste in der Truppe war besonders fotogen.

Und dann haben wir es geschafft: Nach insgesamt knapp 8 Stunden und 915 Höhenmetern sind wir wieder am Canyonrand angekommen. Die Füsse platt, die Moral ganz weit oben. Ausruhen und Essen, mehr braucht es nicht. Und heute Abend darf’s die grosse Portion sein.

Wieder oben angekommen, in der Mitte das Kolb House (leider geschlossen), links unten Abendstimmung am Lookout
Es war einfach toll!

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